Nach Raketenbeschuss fliegt israelische Luftwaffe wieder Angriff auf Gaza-Streifen
Furcht vor neuer Runde der Gewalt

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu warnte die Hamas vor neuen Angriffen. Bild: dpa
Erstmals seit Ende des Gaza-Kriegs vor vier Monaten hat die israelische Luftwaffe wieder einen Angriff auf den Gaza-Streifen geflogen. In der Nacht zum Samstag wurde nach palästinensischen Angaben ein Trainingslager der radikal-islamischen Hamas im Süden Gazas mit insgesamt vier Raketen angegriffen. Niemand sei verletzt worden. Israel reagierte damit auf einen Raketenangriff militanter Palästinenser auf sein Grenzgebiet. Israelische Medien berichteten am Sonntag, die Hamas bemühe sich um eine Beruhigung der Lage. Hamas-Führer Mussa Abu Marsuk teilte mit, seine Organisation sei einer von Ägypten vermittelten Waffenruhe verpflichtet und nicht an einer Eskalation der Lage interessiert. Er warf Israel aber Verstöße gegen die Waffenruhe vor.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu warnte die Hamas vor neuen Raketenangriffen. "Die Sicherheit Israels geht vor und ich werde auch nach dem Abschuss einer einzelnen Rakete nicht zur Tagesordnung übergehen", sagte er.

Ägypten öffnet Übergang

Israel und die Palästinenser hatten nach dem Gaza-Krieg Ende August eine unbefristete Waffenruhe verkündet. Seitdem flog Israel keine Angriffe auf den Küstenstreifen. Auch die Palästinenser hielten die Waffenruhe weitgehend ein. Am Freitag hatten Militante jedoch eine Rakete auf den Süden Israels abgefeuert - die erste seit Ausrufung der Waffenruhe. Das Geschoss schlug auf freiem Feld ein. Das Nachbarland Ägypten öffnete am Sonntag seinen Grenzübergang zum Gazastreifen für zwei Tage. Rafah wird als einziger Übergang zum Gazastreifen nicht von Israel kontrolliert. Ägypten hatte die Grenze Ende Oktober geschlossen, nachdem Extremisten im Nordsinai 30 ägyptische Soldaten bei einem Angriff getötet hatten, und seitdem jeweils nur kurzfristig geöffnet.
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