Nato will Awacs-Einsätze umschichten
Kampf gegen IS statt Flüge über Osteuropa

Mangelware: Die Aufklärungsflugzeuge vom Typ Awacs. Bild: dpa

Brüssel. Die geplante Nato-Unterstützung für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird voraussichtlich zulasten der Luftraumüberwachung in Ost- und Mitteleuropa gehen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur stehen nicht genügend Aufklärungsflugzeuge vom Typ Awacs zur Verfügung, um die von den USA für den Anti-IS-Einsatz angeforderten Leistungen ohne Kürzungen in anderen Bereichen zu ermöglichen. Deswegen sollen bis zu 720 Awacs-Flugstunden aus dem Kontingent des aktuellen Osteuropa-Einsatzes genutzt werden.

Die im Zuge der Ukraine-Krise und der Spannungen mit Russland ausgebaute Luftraumüberwachung für Bündnispartner wie Estland, Lettland, Litauen und Polen wird demnach aktuell für weniger wichtig gehalten als der Anti-IS-Kampf. Zudem könne sie teilweise auch von Bodenstationen gewährleistet werden, heißt es aus Militärkreisen. Insgesamt haben die USA 1080 Awacs-Flugstunden für die Unterstützung der Anti-IS-Einsätze angefragt. Nach den 720 Osteuropa-Flugstunden könnten zum Beispiel 360 Flugstunden aus dem Kontingent für die Luftraumüberwachung in der Türkei genommen werden. Die Bündnispläne sehen vor, dass die Flugzeuge den Luftraum über Syrien und dem Irak überwachen. Als fliegende Kommandozentralen zur Steuerung von Luftangriffen sollen sie zunächst allerdings nicht eingesetzt werden dürfen. Die Bundeswehr stellt nach eigenen Angaben rund ein Drittel der Besatzungsmitglieder für die aus 16 Flugzeugen bestehende Awacs-Flotte der Nato.
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