Naturschützer stellen Eilantrag am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof
Steigerwald nicht abholzen

Der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz kämpfen jetzt juristisch gegen eine Abholzung im Steigerwald. Mit einem Eilantrag am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof wollen sie zunächst erreichen, dass die Aufhebung eines großen Schutzgebietes ausgesetzt wird.

Wie beide Verbände am Donnerstag mitteilten, fürchten sie rasche Holzeinschläge. Durch das Schutzgebiet hätten sich die Wälder endlich wieder frei entfalten dürfen, sagte der Chef des Bund Naturschutzes (BN), Hubert Weiger: "Jetzt stehen die Holzerntemaschinen wieder in den Startlöchern." Die Regierung von Oberfranken will das knapp 800 Hektar große Schutzgebiet nahe Ebrach zum 1. September wieder aufheben - sie hat damit eine Entscheidung des Landkreises Bamberg aus dem Frühjahr 2014 gekippt. Das Gebiet sollte ursprünglich die Grundlage für einen Nationalpark Steigerwald sein. Inzwischen aber ist das Naturschutzgesetz geändert worden, so dass die Regierungsbehörde zuständig ist.

Ein Sprecher der Bayerischen Staatsforsten sagte am Donnerstag, man wolle das Gebiet in das bestehende Konzept für andere Steigerwald-Bereiche einbinden und spezielle Naturschutzbereiche schaffen. Der Naturschutz liege den Staatsforsten am Herzen, betonte er weiter.

Um den Steigerwald tobt seit Jahren ein erbitterter Streit: Umweltschützer wollen ihn wegen seiner uralten Buchenbestände zum Nationalpark machen, die Holzwirtschaft ist strikt dagegen und bekommt dabei Unterstützung von der Staatsregierung.

Neben dem Eilantrag haben die Umweltschutzverbände auch eine Normenkontrollklage eingereicht - sie soll klären, ob die Ausweisung des Naturschutzgebietes nicht doch rechtmäßig war.
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