Nesawissimaja Gaseta
Pressestimmen

Zum freien Fall der russischen Währung schreibt die Moskauer Tageszeitung:

Die russische Regierung führt den Sturz des Rubelkurses auf das weltweite Sinken der Ölpreise und auf Spekulanten zurück. Warum aber sinken dann die Währungen der anderen Erdölexporteure nicht? Warum war bei einem Barrelpreis von 60 US-Dollar ein US-Dollar für 26 Rubel zu haben - wie dies vor der Krise 2008 der Fall war? Nein - die Ursachen des Rubelverfalls liegen im internationalen Misstrauen gegenüber der Politik der russischen Finanzbehörden. Es sind die Kapitalflucht aus Russland sowie der Rückgang ausländischer Investitionen und die Ukraine-Sanktionen gegen Moskau, die das Land vorerst vom weltweiten Devisenzustrom abgeschnitten haben.

Die Welt

Die Berliner Zeitung kommentiert die Geiselnahme in Sydney:

Ist das, was wir erleben, das Ende aller Sicherheit? Das kleine Café im australischen Sydney mit seinen nichtsahnenden Gästen könnte überall liegen, also auch in der Mitte der technischen Zivilisation, die umso verwundbarer wird, je moderner sie ist. Der einsame Terrorist, ohne Polizeiakte, ein Niemand tritt aus den Kulissen auf die Bühne. Braucht er den Kampf der Terrorgruppe "Islamischer Staat" überhaupt noch als Legitimation seines Strebens? ... Der Mensch des Menschen Wolf - der Terror verkörpert eine uralte, traurige Weisheit. Man wird künftig wohl mehr Kameras aufstellen, mehr Polizei mobilisieren, den Bürgersteig wechseln, Abstand halten. Am Ende werden wir lernen müssen, mit der Gefahr tapfer umzugehen.

Frankfurter Rundschau

Das Blatt schreibt über die Pegida-Demonstrationen:

Justizminister Heiko Maas hat recht, wenn er sagt, er habe "kein Verständnis" für die "Pegida"-Demonstranten. Aber Maas macht den Fehler, seinerseits auf Differenzierung zu verzichten. Diesmal hätte er ruhig auf seine Kanzlerin hören sollen, die die Unzufriedenen davor warnt, sich "instrumentalisieren zu lassen". Man könnte Angela Merkel glatt applaudieren, trüge sie nicht selbst Verantwortung für die sozialen Abstiegs-Ängste, die nun - leider - nicht auf der Regierung abgeladen werden, sondern auf den Schwächsten.
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