Neue Gewalt in Syrien verzögert Lieferungen
Warten auf Hilfsgüter

Damaskus. Trotz der vereinbarten Waffenruhe in Syrien haben sich Regierungstruppen und islamistische Rebellen im Osten der Hauptstadt Damaskus heftige Kämpfe geliefert. Es handelt sich um den bisher stärksten Verstoß gegen die seit Montag geltenden Feuerpause. Armee und Rebellen hätten sich in der Region um den Ort Dschubar gegenseitig mit Granaten beschossen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit.

In den folgenden Tagen hielt die Waffenruhe trotz regelmäßiger Verstöße weitgehend. Die Kontrahenten gaben sich gegenseitig die Schuld für deren Bruch. Die Beobachtungsstelle erklärte, das Regime habe am Freitagmorgen mehr als 20 Granaten und Raketen auf Dschubar abgefeuert. Zu Gewalt kam es auch in Aleppo und in der Provinz Idlib. Die Feuerpause soll dazu dienen, notleidende Menschen in belagerten Gebieten zu versorgen. Nach UN-Angaben sind mehr als 600 000 Zivilisten unter grauenhaften Bedingungen von der Außenwelt abgeschnitten. Das Warten auf Hilfstransporte ging unterdessen weiter. Rund 40 Lastwagen mit Hilfsgütern stehen seit Tagen an der Grenze zur Türkei bereit, haben aber bislang vom Regime kein grünes Licht bekommen. Syriens Regierung hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Konvois zu blockieren. Aus dem Außenministerium hieß es, die Vereinten Nationen hätten keine Informationen vorgelegt, auf welchem Weg die Lastwagen nach Aleppo gelangen wollten.
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