Neue Pläne für den Freizeitsee Dießfurt
Arbeiten am Freizeitsee

Vom Hoffnungsträger zum 118 Hektar großen Sorgenkind: In kaum drei Jahren nahm der Freizeitsee Dießfurt diese Entwicklung. Die Stadt startet nun einen neuen Versuch, den See zu gestalten. Die Pläne sind weniger spektakulär - dafür aber umsetzbar.

(wüw) Hafen , Hotel, Hochseilgarten: Mitte Februar 2012 war es, als Franz-Josef Kreuß im Dießfurter Sportheim eine Freizeitanlage beschrieb, die besser nach Doha (Hauptstadt von Katar) als nach Dießfurt zu passen schien. Die Stadt Pressath hatte den Amberger Landschaftsarchitekten beauftragt, die Zukunft der drei Seen zwischen Dießfurt, Schwarzenbach, Gmünd und Grafenwöhr zu planen.

Der Architekt bewies Fantasie, initiierte eine regionale Arbeitsgruppe und ein Online-Planspiel zur Ideensammlung. In Dießfurt präsentierte er dann seine Pläne, 50-Hektar-Golfplatz, Aussichtsturm und "Eventufer" inklusive. Dass Umweltschützer dagegen Sturm liefen, schien ihn nicht zu sorgen, genauso wenig die Finanzierung. "Es gibt wenig Probleme", meldete Kreuß damals.

Nichts passiert

Nach diesem Abend der Euphorie passierte - nichts. Nur die Bagger förderten weiter Kies am und im Weiher. Vermutlich haben sie ihre Arbeit bis 2017 erledigt. Dann ist das Kiesvorkommen ausgeschöpft. Für die Stadt Pressath ist die Anlage schon heute eine Belastung. "Der See wird gut angenommen. An heißen Tagen kommen bis zu tausend Badegäste", sagt Bürgermeister Werner Walberer. Die bringen der Stadt aber nichts ein außer Ärger mit Falschparkern und Kosten für die Müllentsorgung.

"Deshalb sollten wir uns möglichst bald Gedanken über die Zukunft des Freizeitsees machen", findet Max Schwärzer. Walberer ist der selben Meinung wie sein Stellvertreter. Deshalb ist er seit einiger Zeit in Sachen See aktiv. Allerdings beschäftigt er sich weniger mit Plänen für die fertige Freizeitanlage. Der Weg dahin ist weit, und Walberer möchte ihn mit dem ersten Schritt beginnen. "In den nächsten Wochen wollen wir mit dem Bayerischen Staatsforst über den Kauf des Areals sprechen." Die Stadt müsse über die Fläche verfügen können, wenn sie bei der Planung die Richtung vorgeben will.

Klar ist für Walberer, dass die Stadt den Grund mit den Seen nur für einen symbolischen Preis übernehmen wird. Erste Gespräche zu dem Thema hat er bereits im Landratsamt geführt. Auch die Nachbarkommunen möchte er von Anfang an einbinden. Nur mit den Partnern des Vierstädtedreiecks lasse sich die Anlage entwickeln, ist Walberer überzeugt. Max Schwärzer rät, dabei mit Fingerspitzengefühl vorzugehen. "Grafenwöhr will neue Konkurrenz für sein Waldbad genauso wenig wie Eschenbach für den Rußweiher."

Wenig auskunftsfreudig sind beide Bürgermeister, wenn es um konkrete Projekte und Attraktionen an und in den Seen geht. Walberer sagt lediglich, dass er von einem Golfplatz wenig hält: "Golf ist ein Sport für wenige. Der größte Teil der Bevölkerung hat nichts davon." Einem Hotel wäre er schon weniger abgeneigt. Entscheidend ist aber die Finanzierung. "Vorstellbar ist vieles, so lange sich ein Investor findet."

Blick nach Steinberg

Ähnlich sieht es Max Schwärzer. Er empfiehlt, sich zu informieren, wie andere Gemeinden in vergleichbaren Situationen gehandelt haben. "Wie hat es zum Beispiel Steinberg bei Schwandorf geschafft, seinen See im ehemaligen Braunkohletagebau zur Attraktion zu machen?" Auch die Frage nach der Erschließung des Geländes möchte er bald klären.

Ein erster Schritt könnte ein Campingplatz sein. Aber auch anderes wäre vorstellbar. Für beide Bürgermeister steht fest: "Wie es ist, kann es nicht bleiben." Dafür schlummert in den drei Seen zu viel Potenzial.
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