Neuer BND-Präsident vor Herkulesaufgabe
Bruno Kahl soll Geheimdienst aus den Schlagzeilen bringen

Bruno Kahl. Bild: dpa

Berlin. Die Bundesregierung will den Bundesnachrichtendienst (BND) mit einem Führungswechsel und tiefgreifenden Reformen aus dem Affären-Strudel bringen. Der BND stehe in den nächsten 5 bis 10 Jahren mit der größten Umstrukturierung seiner Geschichte vor einer Herkulesaufgabe, sagte Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch in Berlin.

Der Wechsel an der BND-Spitze von Präsident Gerhard Schindler zum Verwaltungsjuristen und Sicherheitsexperten Bruno Kahl soll den Auslandsgeheimdienst für den Anti-Terror-Kampf und die Bewältigung von Cyber-Bedrohungen fit machen. Während sich die SPD hinter den Führungswechsel beim 6500 Mitarbeiter starken BND stellte, verlangte die Linksfraktion personelle Konsequenzen auch bei der im Kanzleramt angesiedelten Dienst- und Fachaufsicht. Die Grünen warnten, Schindler dürfe kein "Bauernopfer" sein, und forderten vollständige Aufklärung über die Hintergründe der Personalentscheidung. Schindler wird zum 1. Juli in den einstweiligen Ruhestand versetzt, was bei einem politischen Beamten wie ihm generell ohne Begründung möglich ist. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur scheidet der 63-Jährige knapp zwei Jahre vor seiner regulären Pensionierung gegen seinen Willen aus dem Amt.

Der 53-jährige Nachfolger Kahl arbeitet derzeit als Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium und gilt als enger Vertrauter von Ressortchef Wolfgang Schäuble (CDU).
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