Neuer Präsident des Katholikenkomitees gewählt
Sternberg folgt Glück

Thomas Sternberg ist neuer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Bild: dpa
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat einen neuen Präsidenten. Der Münsteraner Thomas Sternberg löst Alois Glück an der Spitze des höchsten Gremiums der katholischen Laien in Deutschland ab. Der 63-Jährige wurde am Freitag auf der Herbstvollversammlung des Komitees in Bonn gewählt. Glück hatte wie angekündigt sein Amt nach sechs Jahren niedergelegt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, und Bundespräsident Joachim Gauck gratulierten Sternberg nach seiner Wahl.

Flachsbarth unterliegt

"Ich stehe vor einer veritablen Überraschung", sagte Sternberg, nachdem er die Wahl angenommen hatte. Er hatte sich gleich im ersten Wahlgang mit 110 Stimmen gegen die zuvor favorisierte Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Maria Flachsbarth (CDU), durchgesetzt. Sie kam auf 75 Stimmen. Zum ersten Mal waren zwei Kandidaten zu einer Präsidentenwahl im ZdK angetreten. Sternberg bekräftigte: "Es war nie eine Kampfkandidatur." Und ergänzte: "Ich bin keine Frau, aber das Frauenthema wird mir besonders wichtig sein." Er sagte, er wünsche sich eine "politisch wirksame" Kirche.

Seit 2005 ist Sternberg CDU-Abgeordneter im nordrhein-westfälischen Landtag. Außerdem leitet er seit 1988 in Münster die Katholisch-Soziale Akademie Franz-Hitze-Haus. Er kündigte am Freitag an, diesen Posten aufgeben zu wollen. An der Münsteraner Universität ist er darüber hinaus Honorarprofessor für Kunst und Liturgie. Sternberg stammt aus dem sauerländischen Lennestadt-Grevenbrück.

Marx freue sich auf eine "gute und vertrauensvolle Kooperation", hieß es in einem Schreiben, das nach der Wahl auf der Vollversammlung verlesen wurde. Marx dankte und würdigte auch Sternbergs Vorgänger Glück und dessen "unermüdlichen Einsatz". Ihm sei es gelungen, "ganz wesentlich an der Entwicklung einer neuen Gesprächskultur in der katholischen Kirche Deutschlands mitzuwirken". Marx betonte: "Sie waren und sind Brückenbauer in dieser Kirche im besten Sinne des Wortes, ein Laie als Pontifex."

"Wichtiges Bindeglied"

Der Kardinal schrieb darüber hinaus, er sei "dankbar für die guten und fruchtbaren Beziehungen zwischen dem Zentralkomitee und der Deutschen Bischofskonferenz". In den nächsten Jahren müssten zahlreiche Aufgaben gemeinsam vom ZdK und von der Deutschen Bischofskonferenz übernommen werden. Joachim Gauck wünschte Sternberg Mut und Geschick und würdigte das ZdK als "wichtiges Bindeglied" zwischen Kirche und Gesellschaft.
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