Nicaragua
Daniel Ortega im Amt bestätigt

Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega und seine Frau Rosario Murillo lassen sich nach der Stimmabgabe feiern. Bild: dpa

Managua. Bei der umstrittenen Präsidentenwahl in Nicaragua ist der autoritär herrschende Staatschef Daniel Ortega mit großer Mehrheit wiedergewählt worden. Das Wahlamt des mittelamerikanischen Landes erklärte den einstigen Guerillero wenige Tage vor seinem 71. Geburtstag zum Sieger. Er erhielt 72,5 Prozent der Stimmen, wie die Behörde am Montag nach vorläufigem Abschluss der Auszählung mitteilte. Künftig will Ortega gemeinsam mit seiner Frau und Vizepräsidentin Rosario Murillo regieren.

Ortega hatte die Opposition zuvor mit juristischen Mitteln ausgeschaltet. Regierungsgegner riefen zum Boykott der Wahl auf. Das Oppositionsbündnis FAD sprach von einer Farce und kündigte an, das Resultat nicht anzuerkennen. Kritiker befürchten, die Familie wolle sich die Macht dauerhaft sichern. Der fast 71-jährige Ortega soll schwer krank sein. Sollte er sein Mandat nicht bis zu Ende ausüben können, würde seine Frau Murillo das Amt übernehmen. Auch sieben Kinder des Paares besetzen wichtige Positionen in Politik, Wirtschaft und Medien in dem mittelamerikanischen Land.

Auf dem zweiten Platz landete Maximino Rodríguez von der liberalen Partei PLC mit 14,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 67,5 Prozent. Einzelne von der Regierung eingeladene Beobachter sprachen von fairen und freien Wahlen. Eine systematische Wahlbeobachtung durch internationale Experten hatte die Regierung nicht zugelassen.
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