"Niemand und nichts ist sicher"
Verheerende Schlacht um Aleppo

Kairo/Beirut. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat die Schlacht um die syrische Großstadt Aleppo als einen der verheerendsten urbanen Konflikte der Neuzeit bezeichnet. Allein im Osten der Stadt leben noch rund 300 000 Menschen. Neben der direkten Bedrohung durch die Kämpfe mangele es an Wasser und Strom, sagte der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer. Dies sei ein dramatisches Risiko für bis zu zwei Millionen Menschen, die kaum Zugang zu medizinischer Grundversorgung hätten.

"Niemand und nichts ist sicher. Ständig gibt es Beschuss, mit Häusern, Schulen und Krankenhäusern in der Schusslinie. Menschen leben in einem Zustand der Angst. Kinder sind traumatisiert. Das Ausmaß des Leidens ist immens", sagte Maurer. Der Westen der Stadt wird von Regimetruppen gehalten, die von Russland unterstützt werden. Den Osten Aleppos kontrollieren Aufständische.

Russland hat unterdessen seine Schlagkraft im Syrien-Krieg verschärft. Mehrere Kampfflugzeuge des Typs Tu-22M3 haben am Dienstag von der iranischen Luftwaffenbasis Hamadan aus Angriffe in Syrien geflogen. Russland und der Iran sind die wichtigsten Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Bei starken Luftangriffen auf Aleppo starben Aktivisten zufolge mehr als 30 Menschen, unter ihnen 19 Zivilisten.

Durch die Nutzung der Basis Hamadan im Westen des Irans verkürzt sich nach Medienberichten die Flugzeit nach Syrien um 60 Prozent im Vergleich zu einem Einsatz von Russland aus.
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