Nigerias Truppen befreien weitere Boko-Haram-Geiseln
Rettungsaktion im Sambisa-Wald

Die nigerianischen Streitkräfte haben binnen weniger Tage fast 700 Geiseln aus der Gewalt der Islamistenmiliz Boko Haram gerettet. Zuletzt konnten sie 234 Frauen und Kinder im dichten Sambisa-Wald im Nordosten des Landes befreien, wie die Armee am Freitagabend mitteilte. Seit Dienstag hatte das Militär im Rückzugsgebiet der Islamisten zunächst 293 Frauen und Mädchen und wenig später weitere 160 Frauen, Mädchen und Jungen in Sicherheit gebracht. Zugleich gab es jedoch Berichte über mehrere von Militärs verübte Massaker.

Bewaffnete in Militäruniformen hätten zahlreiche Menschen, vor allem Frauen und Kinder, in mehreren Dörfern im Osten des Landes erschossen, berichtete die Zeitung "Vangard" am Sonntag. Bewohner der Ortschaften hätten berichtet, die Bewaffneten hätten wahllos das Feuer eröffnet und Häuser in Brand gesetzt. In einigen unbestätigten Berichten war von bis zu 30 Toten die Rede. Bei den Tätern könne es sich um Soldaten einer Sondereinheit zur Terrorismusbekämpfung handeln, die sich für den Tod von vier Kameraden in der Region hätten rächen wollen, schrieb die Zeitung. Ein Sprecher des Militärs wies die Anschuldigungen zurück. Die Armee sei zum Schutz der Bevölkerung da.

Ob unter den Befreiten auch Schülerinnen aus dem Ort Chibok sind, war unklar. Die Entführung von mehr als 200 Mädchen aus dem Dorf im April vorigen Jahres hatte weltweit Entsetzen und eine spektakuläre Internet-Kampagne unter dem Motto "Bring Back Our Girls" (Bringt unsere Mädchen zurück) ausgelöst, an der sich auch die amerikanische First Lady Michelle Obama beteiligte.
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