Nordrhein-Westfalen kauft weitere Steuer-CD
Teure Silberscheibe

Im Kampf gegen Steuerhinterziehung hat Nordrhein-Westfalen eine weitere Steuer-CD gekauft und wohl so viel Geld wie nie zuvor gezahlt. Nach einem Bericht des Magazins "Spiegel" ist es mit einem Preis von fünf Millionen Euro der bislang teuerste Ankauf eines Datensatzes. Offenbar handelt es sich um Daten zu Geschäften mehrerer Banken und Finanzdienstleister. Es gehe um ein Handelsvolumen von rund 70 Milliarden Euro, bei dem der Staat um Kapitalertragsteuer betrogen worden sei.

Die Ermittlungen gegen Kunden und Mitarbeiter seien bereits angelaufen, berichtete der "Spiegel". Unter anderem soll eine Luxemburger Bank im Visier sein, die auch Filialen an der deutschen Grenze unterhält. Diese Woche solle es Durchsuchungen geben. Geleitet werde die Aktion durch die erfahrene Wuppertaler Steuerfahndung in Zusammenarbeit mit der Kölner Staatsanwaltschaft. Auf der Steuer-CD sollen mehr als 50 000 Vorgänge und Hinweise auf Geschäftspraktiken gespeichert sein. Das NRW-Finanzministerium wollte den Ankauf am Samstag konkret nicht kommentieren. Der Datenträger ist der neunte Datensatz, der von der Landesregierung seit 2010 angekauft wurde. Das macht sich offenbar bezahlt. Bundesweit werden die Mehreinnahmen durch Steuernachzahlungen nach Selbstanzeigen laut "Spiegel" auf vier bis fünf Milliarden Euro geschätzt. Seit 2010 hätten sich etwa 120 000 Deutsche als Steuerhinterzieher angezeigt.

In den vergangenen Monaten ging allerdings die Zahl der Selbstanzeigen nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" stark zurück. Während sich bis Juni noch 10 500 Steuerzahler selbst angezeigt hätten, seien es in den drei Monaten danach nur noch gut 2200 gewesen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine eigene Umfrage bei den Ländern.
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