Notruftelefon: "Watch the Med"

Nach der jüngsten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer mit mehr als 950 Todesopfern fordert die Organisation "Watch the Med" die Einrichtung direkter Fährverbindungen zwischen Nordafrika und Europa. "Es ist vorauszusehen, dass künftig weitere Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer sterben werden, wenn sich am Zugangsweg nach Europa nichts ändert", sagte Helmut Dietrich, Sprecher von "Watch the Med", am Montag in Berlin.

Er betonte, dass es seit Anfang April im Mittelmeer im Vergleich zu den Wintermonaten eine "völlig neue Situation" gebe. Aufgrund der wärmeren Jahreszeit und der Verschärfung der Krisen in Syrien, aber auch in Libyen, würden nun täglich Hunderte Menschen starten, um mit Booten Europa zu erreichen.

"Watch the Med" betreibt ein über Spenden finanziertes Alarm-Telefon für Noteinsätze im Mittelmeer. Europaweit engagieren sich rund 100 Aktivisten. Sobald Notrufe von Flüchtlingen eingehen, alarmiert die Initiative den italienischen Seenotrettungsdienst und veröffentlicht den Notruf über Medien und soziale Netze.

"Ohne das Alarm-Telefon wären in den vergangenen zehn Tagen einige hundert Menschen mehr ertrunken", sagte Dietrich. Seit Anfang April habe "Watch the Med" teilweise mit bis zu zehn in Seenot geratenen Flüchtlingsbooten gleichzeitig Kontakt gehabt. (epd)
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