NRW-Landesparteichef und Petry-Lebensgefährte lästert über deutsches "Helfersyndrom"
AfD-Pretzell: Schusswaffen gegen Flüchtlinge

Marcus Pretzell. Bild: dpa
Wenn Marcus Pretzell mit steilen Thesen an die Öffentlichkeit geht, hören die Mitglieder der Alternative für Deutschland genau hin. Denn der Europaparlamentarier (42) ist nicht nur Vorsitzender der AfD in Nordrhein-Westfalen. Er ist auch Lebensgefährte der Parteivorsitzenden Frauke Petry (40). Dass Pretzell und Petry ein Paar sind, heißt aber nicht unbedingt, dass sie politisch auf einer Linie liegen.

Politische Differenzen muss Petry zuletzt auch mit ihrem Ehemann Sven Petry (39) gehabt haben. Der evangelische Pfarrer ist unlängst der CDU beigetreten. Auf Twitter verbreitet er Nachrichten, in denen für Verständnis gegenüber Flüchtlingen geworben wird. Die AfD, die in bundesweiten Umfragen derzeit auf acht Prozent kommt, sagt dagegen: "Das Boot ist voll." Pretzells umstrittene Äußerung, man müsse als Ultima Ratio auch Schusswaffen einsetzen, wenn Flüchtlinge Grenzzäune überrennen, kommentiert Petry nicht. Anders als nach dem Fernsehauftritt des rechtsnationalen Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke, der bei Günther Jauch eine Deutschland-Fahne ausrollte, schweigt die Erste Vorsitzende. Stattdessen äußert sich ihr Stellvertreter Alexander Gauland positiv über Pretzells Feststellung.

Pretzell: "Staat verteidigen"

Pretzell schreibt auf Facebook: "Wir sind inzwischen eine Gesellschaft mit einem mitleidverklärten Helfersyndrom, die den Blick für die Notwendigkeit der Verteidigung unseres Staates, unserer Werte und Freiheit völlig verloren hat." Über sein Verhältnis zu Petry: "Ich führe ganz offiziell und in Presseberichten bestätigt eine Beziehung."

In der neuen Partei ihres einstigen Widersachers Bernd Lucke beobachtet man das Spektakel mit einer gewissen Genugtuung. "Die Einschläge kommen näher: Nachdem Frauke Petry zu einem Björn Höcke zunächst noch halbherzig auf Abstand gegangen ist, bin ich gespannt, ob und wie sie sich jetzt von ihrem neuen Lebensgefährten Marcus Pretzell distanzieren wird. Dessen Forderung, Flüchtlinge auch mit Schusswaffengebrauch vom Überschreiten der Grenze abzuhalten, zeugt von der ständig steigenden Radikalität der AfD" stellt die Alfa-Generalsekretärin Ulrike Trebesius fest.
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