Nukleartest trotz Sanktionen
Nordkorea zündet Atombombe

Seoul. Nordkorea hat mit dem zweiten Atomtest in diesem Jahr erneut die internationale Staatengemeinschaft herausgefordert. US-Präsident Barack Obama drohte dem kommunistischen Regime in Pjöngjang mit "ernsthaften Konsequenzen" und forderte neue Sanktionen, wie es am Freitag in einer Stellungnahme des Weißen Hauses hieß. Obama telefonierte noch in der Nacht mit Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye und dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und sicherte ihnen die Unterstützung der USA zu. Die Bundesregierung bestellte den nordkoreanischen Botschafter ein und verurteilte den Test "mit aller Entschiedenheit". Der UN-Sicherheitsrat wurde am Freitag zu einer Sondersitzung einberufen.

Das staatliche Fernsehen in Nordkorea hatte gemeldet, ein "Atomsprengkopf" sei am Freitag, dem 68. Jahrestag der Staatsgründung, erfolgreich zur Explosion gebracht worden. Südkoreas Militär bestätigte den Test. Es sprach von der bislang gewaltigsten Explosion bei einem Atomtest des weithin isolierten Nachbarlandes. In einer Erklärung des nordkoreanischen Instituts für Atomwaffen hieß es, mit dem Test sollte die "Leistung eines Nuklearsprengkopfs" überprüft werden.

Ziel des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un ist es, Atomraketen zu entwickeln, die selbst die USA erreichen können. UN-Resolutionen verbieten Pjöngjang Atomversuche und Tests mit ballistischen Trägerraketen. Nach dem Atomtest im Januar dieses Jahres und einem Raketenstart hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea noch einmal verschärft. (Seite 4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.