Nur noch wenige Tage bis zur Brexit-Abstimmung
Wahlkampf läuft wieder

London/Brüssel. Wenige Tage vor dem historischen EU-Referendum in Großbritannien ist der nach der Ermordung der Abgeordneten Jo Cox unterbrochene Wahlkampf wieder entbrannt. Premierminister David Cameron beschuldigt das Brexit-Lager, mit unwahren Behauptungen und falschen Zahlen zu arbeiten. Der Austritts-Wortführer Boris Johnson wiederum hält dem Pro-EU-Lager politische Ideenlosigkeit vor. Zugleich gedachte das Parlament am Montag der ermordeten Abgeordneten - alle Parlamentarier trugen eine weiße Rose an der Kleidung. Auch auf dem leeren Sitz der Toten lag eine Rose. Labour-Chef Jeremy Corbyn rief zu einem behutsameren und weniger aggressiven Umgang in der Politik auf. Das Land sei sich einig, "den Hass zu bekämpfen", der die Abgeordnete getötet habe. Cameron würdigte Cox als "Stimme für die Menschlichkeit". Unterdessen wechselte eine konservative Brexit-Befürworterin ins Pro-EU-Lager. Die Oberhaus-Parlamentarierin Baroness Warsi begründete ihren Schritt mit "Hass und Ausländerfeindlichkeit", die sich in der Brexit-Kampagne breitmachten. Zugleich warnten EU-Außenminister vor einem Ausscheiden Londons aus der EU. "Wir verlieren Geschichte und Tradition Großbritanniens innerhalb der Europäischen Union, die wichtig ist und war für uns", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Sein österreichischer Kollege Sebastian Kurz fürchtet "massiv negative Auswirkungen". (Seite 4 und 18)

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