NZZ
Pressestimmen

Die "Neue Zürcher Zeitung" kommentiert die Atomvereinbarung mit dem Iran:

Iran hätte schon längst eine Einigung mit dem Westen haben können, hätte es nicht stur auf einem eigenen Anreicherungsprogramm beharrt. Dieses ergibt in kommerzieller Hinsicht keinen Sinn. Iran kann den Uranbrennstoff für seine Reaktoren viel günstiger in Russland beziehen. Auch die Dimensionen der Anlagen lassen eher auf militärische als auf kommerzielle Zwecke schließen. Einen grundlegenden Kurswechsel hat Iran daher wohl nicht vollzogen.

Le Monde

Die französische Tageszeitung schreibt zum Atomstreit:

Eine seltsame Koalition bestehend aus der Führungsmacht der Sunniten in der arabischen Welt, Saudi-Arabien, Israel und der republikanischen Mehrheit im US-Kongress hat sich gebildet, um die Atom-Vereinbarung mit Iran zu verurteilen. Diese Koalition hat Iran verteufelt und ihn zum strategisch ärgsten Feind der Region hochstilisiert, noch weit vor den Dschihadisten des Islamiaschen Staats. (Präsident Barack) Obama wird sie mit großem Einsatz beruhigen müssen. Für den US-Präsidenten ist es wichtig, auch den zweiten Teil der politisch-diplomatischen Verhandlungen mit dem Iran zum Erfolg zu führen.

Neue Westfälische

Das Blatt aus Bielefeld merkt zu dem Rahmenabkommen mit dem Iran an:

Würde die Hürde genommen, fängt die eigentliche Arbeit erst an. Sprich die Transformation potenziell "böser", waffenfähiger Atomanlagen im Iran in "gute", die ausschließlich zivilen Zielen bei der Energieversorgung oder in der Medizin dienen ... Ob es Ende Juni zu einem endgültigen Vertrag kommt, ist noch nicht mit Gewissheit zu sagen. Auch ein Scheitern ist nicht ausgeschlossen. Entscheidend wird das Rückgrat und die Ausdauer der wichtigsten Beteiligten sein. Treten sie den Beweis an, dass Großkonflikte im 21. Jahrhundert auf eine Weise moderiert und gelöst werden können, in der kein Blut fließt und bei der Rüstungskonzerne nicht mitverdienen? Obama ist bereit dazu. Teheran - hoffentlich - auch.
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