Obama warnt vor nuklearem Terrorismus
In der Hand von Irren

Washington. US-Präsident Barack Obama hat zum Auftakt des Gipfels für nukleare Sicherheit vor den Gefahren eines atomaren Terrorismus gewarnt. "Kein Zweifel: Wenn diese Verrückten ihre Hände an dieses Material bekommen, würden sie so viele Menschen töten wie möglich", sagt er am Freitag in Washington. Er verwies auf das Interesse der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an radioaktivem Material.

Obama mahnte ein gemeinsames internationales Vorgehen an, um die Bestände nuklearen Materials zu sichern: "Keine Nation kann das alleine lösen." Staats- und Regierungschefs aus mehr als 50 Ländern kommen für den Gipfel zusammen. Die Gefahr Atommaterials in den Händen von Terroristen oder Schurkenstaaten ist nach den Brüsseler Anschlägen beherrschendes Thema.

"Am Ende des Gipfels werden wir einen internationalen Fokus darauf richten, welche zusätzlichen Schritte wir im Licht der schrecklichen Tragödie in Brüssel unternehmen müssen", sagte Obama. Deutschland wird von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vertreten. Russland hatte eine Teilnahme in Washington abgelehnt.

Vor dem Gipfel traf sich Obama mit der "P5+1-Gruppe", die den Atomvertrag mit dem Iran ausgehandelt hatte. Obama dankte allen beteiligten Staaten, darunter Deutschland. "Für den Iran wird es eine Zeit dauern, wieder vollständig in die Weltwirtschaft integriert zu sein, aber das Land beginnt bereits die Vorteile aus dem Vertrag zu sehen", sagte Obama.

Derweil hat das Weiße Haus in deutlichen Worten auf die jüngsten Einlassungen Donald Trumps, der für die Republikaner im Rennen um das Weiße Haus ist, reagiert, wonach Japan und Südkorea Atomwaffen besitzen sollten, um eine nukleare Bedrohung Nordkoreas zu kontern. Der stellvertretende Sicherheitsberater Obamas, Ben Rhodes, nannte Trumps Vorstellungen katastrophal. Japan und Südkorea den Status von Atommächten zu verleihen, bedeute eine komplette Abkehr von 70 Jahren US-amerikanischer Außenpolitik.
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