Oberpfälzer Parteichefs zu den Landtagswahlen
Bitterer Tag für die CDU, Schande für die SPD

Stefan Schmidt, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Bild: Hartl

Weiden/Amberg. Die drei Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt haben das etablierte Parteiengefüge durcheinander gewirbelt. Wie beurteilen die Oberpfälzer Parteichefs die Ergebnisse?

CSU-Bezirksvorsitzender Albert Füracker spricht von einem "bitteren Tag für die CDU". Die CSU müsse deshalb ihren Kurs nicht ändern. Füracker unterstrich, die CSU werde ihren zweigleisigen Kurs weiterfahren und Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Bemühen um eine europäische Lösung des Flüchtlingszustroms unterstützen. Es nütze aber nichts, wenn diese zu lange dauert. "Dann müssen wir den Zuzug begrenzen." Diskussionen werde natürlich das Abschneiden der AfD auslösen. "Die Wähler zu beschimpfen bringt aber gar nichts", sagte er.

"Eine Niederlage für die SPD", stellte SPD-Bezirksvorsitzender Franz Schindler fest. "Hinter der AfD - das ist eine Schande." Als Ursache für den sinkenden Zuspruch hat Schindler einerseits die schwindende Bindungskraft der Volksparteien, andererseits aber auch die Flüchtlingspolitik ausgemacht. Dennoch gelte es nun, Kurs zu halten. "Wir müssen versuchen, den Ängsten sachliche Argumente gegenzuhalten", das Thema in anständiger Weise zu bearbeiten. Auswirkungen auf Bayern und die Bundespolitik sieht er nicht. Der Bezirksvorsitzende von "Bündnis 90/Die Grünen", Stefan Schmidt , freut sich über "ein sehr deutliches Ergebnis" in Baden-Württemberg - "besser als erwartet." Und die Niederlagen in den beiden anderen Ländern? "Es war klar, dass wir da verlieren werden." Vor allem Sachsen-Anhalt sei "einfach schweres Terrain." In Baden-Württemberg spricht das Wählervotum nach Ansicht von Schmidt klar für die Politik Kretschmanns als auch die des bisherigen Koalitionspartners SPD. "Die Union ist ja nochmal deutlich runter."

AfD-Bezirksvorsitzender Christian Paulwitz freut sich über das gute Abschneiden seiner Partei - und darüber, dass es der AfD offenbar gelungen ist, auch Nichtwähler zur Stimmabgabe zu bewegen. "Für Nicht-Wähler waren wir eine Alternative", sagte er. Die Zustimmung zu seiner Partei führt Paulwitz in erster Linie auf die konträre Haltung der AfD zu Angela Merkels Asylpolitik zurück. "Die Merkel-Politik ist gescheitert", konstatiert er. Die Kanzlerin stehe auch in Europa völlig isoliert da. In Sachsen-Anhalt, im Bundesland mit dem stärksten Ergebnis, werde die AfD wohl die Opposition anführen, glaubt Paulwitz.
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