Österreich verschärft Fahndung nach Schleppern
Fahrzeuge im Visier

Blumen und Kerzen erinnern an der A 4 an die 71 Toten, die in dem Schleuser-Lastwagen gefunden wurden. Bild: dpa
Nach dem Fund von 71 vermutlich erstickten Flüchtlingen in einem Lkw in Österreich will die Regierung an der Grenze gründlicher nach Schleppern fahnden. An allen wichtigen Grenzübergängen im Osten werden Fahrzeuge mit möglichen Verstecken für Asylsuchende bis auf weiteres angehalten und kontrolliert, sagte die konservative Innenministerium Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Sonntag. Die Maßnahmen seien mit Bayern, Ungarn und der Slowakei abgestimmt. Es sei mit mehr Verkehr und Staus zu rechnen. Die Behörden rechnen in den kommenden Tagen mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen. Die ungarische Polizei hat unterdessen einen fünften Tatverdächtigen festgenommen. Der Bulgare sei den Beamten am Samstagabend ins Netz gegangen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Bereits zuvor waren in Ungarn drei Bulgaren und ein Afghane gefasst worden. Über sie verhängte ein Gericht in Kecskemet am Samstag Untersuchungshaft. Gegen den fünften Mann werde nun auch wegen des begründeten Verdachts auf Menschenschmuggel ermittelt, hieß es. Einzelheiten wurden nicht genannt. Die Behörden hatten am Donnerstag an einer Autobahn 50 Kilometer südöstlich von Wien einen abgestellten Schlepper-Lkw entdeckt. Darin befanden sich 59 tote Männer, 8 Frauen und 4 Kinder. Nach bisherigem Ermittlungsstand war der Wagen von Kecskemet nach Österreich gefahren.

Nach dem Tod von bis zu 200 Flüchtlingen bei Schiffsuntergängen vor der Küste Libyens haben Sicherheitskräfte drei mutmaßliche Schlepper festgenommen. Ihre Festnahme sei nach der Befragung von Überlebenden erfolgt, teilte das libysche Innenministerium mit. Es ist einer der wenigen Fälle, in denen die libyschen Behörden gegen Schlepper vorgehen.
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