Offenbar Dutzende Verstöße gegen die Waffenruhe - Merkel: Lage "fragil"
Friedensplan auf tönernen Füßen

Zahlreiche Verstöße gegen die Waffenruhe in der Ostukraine belasten den Friedensprozess für die kriegsgebeutelte Region. "Die Lage ist fragil", warnte Kanzlerin Angela Merkel am Montag in Berlin. Vor allem der geplante Abzug schwerer Waffen ist dadurch gefährdet: Solange die prorussischen Separatisten Stellungen der Armee unter Feuer nähmen, werde die Ukraine ihre Geschütze nicht zurückziehen, sagte Militärsprecher Andrej Lyssenko in Kiew. "112 Mal Beschuss - das ist keine Waffenruhe", kritisierte er.

Auch die Aufständischen warfen dem Militär Dutzende Verstöße gegen die Feuerpause vor, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Kraft getreten war. Separatistenführer Eduard Bassurin stellte klar, die Geschütze würden erst abgezogen, wenn die Feuerpause halte. Trotz der vereinbarten Waffenruhe wurden nach Armeeangaben mindestens fünf Soldaten getötet. Vor allem am Verkehrsknotenpunkt Debalzewo dauerten die Gefechte an. Dort sollen bis zu 8000 ukrainische Soldaten eingekesselt sein.

Die EU verhängte wie geplant neue Einreiseverbote und Kontosperren gegen Separatisten und russische Politiker. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier deutete an, dass es noch in dieser Woche ein Treffen der Außenminister der Ukraine, Frankreichs, Russlands und Deutschlands geben könne. Wegen der angespannten Lage im Donbass stehen Kanzlerin Merkel, Kremlchef Wladimir Putin, Frankreichs Staatsoberhaupt François Hollande und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in engem Kontakt.

Die Landeswährung der vom Staatsbankrott bedrohten Ukraine ist unterdessen auf einen neuen Tiefstand gefallen. Damit hat die Währung allein seit Anfang Februar rund 60 Prozent an Wert verloren.
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