Orlando unter Schock
Schütze tötet mindestens 50 Menschen

Eine Stadt im Ausnahmezustand: Mindestens 50 Besucher eines Schwulenclubs starben im Kugelhagel des Schützen. Bild: dpa

Eine Nacht mit Tanz und Musik in der US-Stadt Orlando endet mit Tod und Schrecken. Ein Bewaffneter tötet dutzende Menschen. Die US-Bundespolizei hat ihn in der Vergangenheit als möglichen Unterstützer der Terrormiliz IS überprüft.

Orlando. Mindestens 50 Menschen sind bei der schlimmsten Bluttat eines Todesschützen in der US-Geschichte getötet worden. Ein einzelner Angreifer schoss in einem Schwulenclub in Orlando (Florida) um sich und verletzte 53 weitere Menschen. Das Motiv des Täters war zunächst unklar. Der Nachrichtensender CNN berichtete, die Bundespolizei FBI habe ihn als möglichen Sympathisanten der Terrormiliz IS auf dem Radar gehabt. Der Mann habe aber nicht auf Terrorlisten der Regierung gestanden.

Der Schütze wurde etwa drei Stunden nach Beginn der Tragödie in einem Feuergefecht mit Polizisten getötet. Ein Vertreter des FBI sagte, das Verbrechen werde als "Akt des Terrorismus" untersucht. USA-Präsident Barack Obama sagte im Weißen Haus, es sei das schlimmste Verbrechen eines einzelnen Schützen in der Geschichte der USA gewesen. Es mache einmal mehr klar, wie leicht man in den USA an verheerende Waffen komme. Er ordnete an, die Flaggen auf dem Weißen Haus und auf allen öffentlichen Gebäuden auf halbmast zu setzen. Der Täter war nach übereinstimmenden Medienberichten US-Bürger. Omar M. sei 1986 in den USA geboren worden und habe in Port St. Lucie gelebt, hieß es. Das liegt etwa 170 Kilometer südöstlich von Orlando. Die Behörden betonten, die Ermittlungen gingen in alle Richtungen. Der aus Afghanistan stammende Vater des Täters sagte, er glaube nicht an ein religiöses Motiv. Er berichtete, sein Sohn sei einmal extrem ärgerlich geworden, als sich zwei Männer in der Öffentlichkeit geküsst hätten. "Sie tun das, und mein Sohn sieht zu", habe Omar M. gesagt.

Der Polizei zufolge hatte der mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe ausgerüstete Mann gegen 2 Uhr im Club "Pulse" im Herzen Orlandos zu schießen begonnen. Zunächst habe sich ein Polizist mit ihm ein Feuergefecht geliefert, dann seien zwei weitere Beamte hinzugekommen. Einer von ihnen sei verletzt worden. Der Schütze habe dann Geiseln genommen. Die Polizei habe sich nach ungefähr drei Stunden zu einer gewaltsamen Befreiung entschieden. Der Club war mit mehr als 300 Menschen gut besucht.

In Orlando hatte erst am Freitagabend (Ortszeit) eine andere Bluttat die Menschen erschüttert: Ein Mann hatte die Sängerin Christina Grimmie nach einem Konzert erschossen. Die Polizei schloss aber jede Verbindung zwischen den beiden Verbrechen aus.
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