Osterfeiern 2016 im schatten des Terrors
Papst fordert Menschen in den Mittelpunkt stellen

Papst Franziskus legt auf dem Petersplatz einem Buben, der ihm entgegengehalten wird, die Hand auf den Kopf. Bild: dpa

Der blutige Terror in Brüssel und anderen Teilen der Welt prägt die Osterpredigten. Papst Franziskus und andere Würdenträger wenden sich gegen Hass und Gewalt - und fordern Solidarität mit Flüchtlingen.

Rom/Jerusalem. Zum Abschluss der Osterfeierlichkeiten haben der Papst und andere Kirchenvertreter Terror angeprangert. Franziskus verurteilte am Sonntag in seiner Osterbotschaft die "geistigen und moralischen Abgründe der Menschheit" und erinnerte an die Opfer der Anschläge von Brüssel. Terrorismus sei eine "blinde und grausame Form von Gewalt, die nicht aufhört, unschuldiges Blut in vielen Teilen der Erde zu vergießen", betonte der 79-Jährige vor Tausenden Gläubigen aus aller Welt auf dem Petersplatz. Der lateinische Patriarch Fuad Twal zelebrierte in der Grabeskirche in Jerusalem eine Messe zur Auferstehung von Jesus Christus. Er erinnerte in seiner Osterbotschaft ebenfalls an den Terror von Belgien: Der Schmerz "über diese Tragödie durchbohrt unser aller Herzen, rund um die Welt."

Sicherheitsvorkehrungen


Nach der Ostermesse auf dem mit Frühlingsblumen aus den Niederlanden geschmückten Petersplatz fuhr Franziskus durch die Reihen und begrüßte die Gläubigen. Anschließend begab er sich auf die Loggia des Petersdoms und sprach dort den traditionellen Segen "Urbi et Orbi", der Stadt und dem Erdkreis. Den Segen verfolgten auch Millionen Gläubige im Fernsehen. Die Messe fand unter massiv verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Kriege, Gewalt und menschliches Leid waren das zentrale Thema der Osterfeiern 2016. Am Karfreitag hatte Franziskus von "unerhörter Gewalt" gesprochen und erklärt, Fundamentalisten und Terroristen schändeten den Namen Gottes. In seiner Osterbotschaft sagte er, nur unendliche Barmherzigkeit könne die Menschheit vor der Leere in den Herzen, vor Hass und Tod retten. Im Geiste des Osterfestes und der Solidarität hatte Franziskus während des Kreuzwegs Schlafsäcke und kleine Geschenke an Obdachlose in Rom verteilen lassen.

"Die Welt ist voll von Menschen, die an Leib und Seele leiden, während die Nachrichten sich mit Meldungen über grausame Verbrechen füllen", sage er am Sonntag und bat um Frieden in Krisenländern - besonders in Syrien, "ein Land, das von einem langen Konflikt zerrissen ist und eine traurige Folge der Zerstörung, des Todes, der Verachtung der humanitären Gesetze und des Zerfalls des bürgerlichen Zusammenlebens erfahren hat". Er erwähnte auch die Ukraine, den Irak, Jemen und Libyen und sprach verfolgten Christen in aller Welt Mut zu.

Werben für Flüchtlinge


Franziskus zeigte sich erneut solidarisch mit den vielen Menschen "die in eine bessere Zukunft unterwegs sind, die immer größer werdende Schar der Migranten und Flüchtlinge". Oft begegneten diese Menschen "Tod oder erfahren die Zurückweisung derer, die Aufnahme und Hilfe anbieten könnten". Er forderte, die Politik müsse den Menschen in den Mittelpunkt stellen, aber auch Opfern von Konflikten helfen.
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