Papst fordert: Themen der Synode nicht beschränken
Gegen Sturheit

Papst Franziskus hat am Rande der Bischofssynode in Rom für mehr Barmherzigkeit statt Sturheit geworben. "Dickköpfigkeit fordert die Mission heraus, fordert die Barmherzigkeit heraus", sagte er laut Radio Vatikan bei seiner Morgenmesse am Dienstag. Während der Beratungen der Familiensynode rief er die Teilnehmer dazu auf, "die Themen der Synode nicht auf die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene zu beschränken", wie Papst-Sprecher Federico Lombardi berichtete.

Seit Beginn der Beratungen der Synode am Montag äußerten sich bis Dienstagmittag 72 Synodenväter. Insgesamt 26 und damit die meisten von ihnen stammten aus Europa. Themen waren unter anderem die Bedeutung der Kirche im Leben von Familien, die Armut, die Gewalt innerhalb von Familien und Gesellschaften und der Umgang mit den steigenden Flüchtlingszahlen. Am Nachmittag sollten die Themen erstmals auch in den 13 kleineren Arbeitsgruppen besprochen werden.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, bestritt, dass es bei der Synode eine Polarisierung zwischen konservativen Kräften und Reformern gebe. "Das ist eine mediale Inszenierung, dass sich da zwei Lager unversöhnlich gegenüber stehen", sagte Marx am Montagabend vor Journalisten im Vatikan. Es gebe Meinungen, und die seien eben kontrovers.

Vergangene Woche hatten erzkonservative Geistliche um den US-Kardinal Raymond Burke vor einer Auflösung traditioneller katholischer Werte gewarnt. Zum Lager der Konservativen wird auch der deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller gerechnet. "Wir haben unterschiedliche Positionen, das ist klar. Aber es gibt einen Gesprächsfaden, kein Gegeneinander", sagte Marx über sein Verhältnis zu Müller.
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