Papst Franziskus wäscht Migranten die Füße
Vor Flüchtlingen knien

Papst Franziskus feierte am Gründonnerstag in einer Asylunterkunft das Gedenken an das Letzte Abendmahl Jesu. In Anlehnung an eine Geste Jesu wusch und küsste er Flüchtlingen die Füße, unter ihnen drei Frauen aus Eritrea und drei Muslime aus Syrien, Pakistan und Mali. Bild: Osservatore Romano/dpa

Nach den Anschlägen von Brüssel suchen viele Trost im Glauben. In der Osterwoche blicken die Katholiken nach Rom. Dort zeigt Franziskus, dass Nächstenliebe und brüderliche Gesten religionsübergreifend möglich sind. Er wäscht auch Muslimen die Füße.

Rom. Während die Welt geschockt auf den blutigen Islamistenterror in Europa schaut, setzt Papst Franziskus erneut ein Zeichen der Nächstenliebe und der Versöhnung der Religionen. Am Donnerstag kniete das Oberhaupt der katholischen Kirche vor Flüchtlingen nieder, die auf abenteuerlichen Wegen Italien erreicht hatten, wusch und küsste ihnen die Füße - und ließ dafür gezielt auch mehrere Muslime auswählen. Sie kamen aus dem schon seit Jahren von Dschihadisten heimgesuchten Mali, aber auch Christen aus dem von der Miliz Boko Haram gebeutelten Nigeria waren dabei.

Voller Vorfreude und Aufregung hatten die Bewohner des Zentrums in Castelnuovo del Porto in der Nähe Roms den hohen Besuch aus dem Vatikan erwartet. Sie begrüßten den Pontifex unter großem Applaus, auf einer riesigen Flagge hatten sie "Herzlich willkommen" in zahlreichen Sprachen geschrieben und eine Friedenstaube gemalt. Die Friedensbotschaft des Papstes ließ dann auch nicht lange auf sich warten. "Ihr, wir, alle zusammen, verschiedene Religionen, verschiedene Kulturen, aber Kinder des selben Vaters, Brüder", sagte er und verurteilte erneut die Anschläge von Brüssel als "Geste des Krieges, der Zerstörung". Dann kniete er vor den Flüchtlingen nieder, ganz schlicht in Weiß gekleidet, ohne päpstliche Kopfbedeckung. Viele weinten, wussten um die Bedeutung dieser Geste, küssten Franziskus die Hand. Auch vier Frauen waren zu der Zeremonie geladen.

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen wurden am Freitag die Osterfeierlichkeiten in Rom fortgesetzt. Das Gelände rund um das Kolosseum, an dem die "Via Crucis" stattfindet, sollte am Abend für den Kreuzweg weiträumig abgesperrt und mit Metalldetektoren ausgestattet werden.
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