Papst hält flammendes Plädoyer für die Familie
Supermarkt-Kultur

Papst Franziskus hat beim Weltfamilientreffen in den USA oberflächliche Beziehungen kritisiert und die Familie als "Fabrik der Hoffnung" gewürdigt. Heute gebe es eine "Beziehungskultur wie im Shopping-Center", sagte der Pontifex am Sonntag vor etwa 300 Bischöfen, die an dem Treffen in Philadelphia teilnahmen.

Am Vorabend hatte er beim Fest der Familien ein flammendes Plädoyer für die Familie gehalten. "Pflegen und verteidigen wir die Familie, weil es dabei um unsere Zukunft geht", forderte er in einer frei gehaltenen Rede bei der letzten Station seiner sechstägigen USA-Reise.

"Die Welt scheint sich in einen großen Supermarkt verwandelt zu haben, wo die Kultur eine Wettbewerbsdynamik angenommen hat", kritisierte der Papst vor den Bischöfen. "Die gegenwärtige Kultur scheint die Menschen dazu zu bewegen, sich an nichts und niemanden zu binden." Heute entscheide nur noch der Konsum. "Beziehungen konsumieren, Freundschaften konsumieren, Religionen konsumieren."

Am Morgen hatte der Papst fünf Missbrauchsopfer getroffen. "Ich verspreche, dass alle Verantwortlichen für sexuellen Missbrauch von Kindern bestraft werden", sagte er vor den Bischöfen. Er empfinde "tiefe Scham", dass Kindern Gewalt angetan worden sei und schwere Leiden verursacht worden seien. "Diese Verbrechen können nicht länger geheim gehalten werden." Gott weine angesichts dieser Taten.
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