Parteitag der Demokraten
Clinton holt Kaine

Die designierte Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten, Hillary Clinton, präsentiert ihren Kandidaten für das Vizepräsidentenamt, Tim Kaine. Sie nutzte dazu einen Auftritt an der Universität in Miami. Bild: dpa

Jetzt sind die Demokraten und Hillary Clinton an der Reihe. Auf ihrem Parteitag wollen sie zeigen, dass sie geschlossen in die heiße Wahlkampfphase gehen - anders als die Republikaner. Aber ganz reibungslos wird es vielleicht auch bei den Demokraten nicht abgehen.

Philadelphia. Nach dem turbulenten Parteitag der Republikaner wollen die amerikanischen Demokraten diese Woche Hillary Clinton offiziell in das Wahlduell gegen Donald Trump schicken. Ihre Nominierung als erste Präsidentschaftskandidatin einer großen Partei in der US-Geschichte steht im Mittelpunkt der "Convention" der Partei in Philadelphia, die an diesem Montag beginnt. Kurz zuvor hatte Clinton den Ex-Gouverneur von Virginia, Tim Kaine, als ihren "Vize" vorgestellt.

Auftritt in Florida


Die Demokraten hoffen auf einen harmonischen Verlauf ihres Parteitages, nachdem sich Clintons Rivale Bernie Sanders kürzlich nach einem teils erbitterten Vorwahlkampf hinter die Ex-Außenministerin gestellt hatte. Allerdings kam es am Vorabend des Parteitags zu neuen Missstimmungen. Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte E-Mails, aus denen hervorgeht, wie stark der Parteivorstand offenbar von Anfang die Kandidatur Clintons bevorzugte. Sanders und seine Anhänger hatten im Vorwahlkampf wiederholt beklagt, dass die Vorwahl-Prozedur zugunsten von Kandidaten des Establishments manipuliert sei.

Dass sich Clinton mit Kaine für einen konventionellen Vize-Kandidaten entschied, hatte bei Sanders-Anhängern Enttäuschung ausgelöst. Der 58-jährige ist ein politischer Vollprofi. Er war Bürgermeister, Vizegouverneur und Gouverneur von Virginia, bevor er im Jahr 2013 in den Senat einzog. Clinton zog damit klar Erfahrung und Verlässlichkeit einem frischen Gesicht vor.

Das machte sie auch beim ersten Auftritt mit Kaine als Gespann am Samstag in Miami (Florida) deutlich: Sie würdigte Kaine als versierten, geradlinigen Politiker, der in der Lage sei, notfalls vom ersten Tag an das Spitzenamt zu übernehmen. Die Präsidentenwahl ist am 8. November. Kaine nannte Clinton eine unermüdliche Kämpferin, die nie aufgebe, und "den totalen Gegensatz" von Donald Trump. Anders als er sei sie erfahren, habe das richtige Temperament und Respekt vor anderen Menschen. Beim Auftritt war augenfällig, dass sich Clinton und Kaine gut verstehen. Die Ex-Außenministerin wirkte gelöst, wiederholt kam es zu herzlichen Gesten zwischen beiden.

Sanders erster Redner


Möglicherweise, um den Ton vorzugeben, wird Sanders gleich am Montag sprechen, dem ersten Tag des Demokraten-Treffens. Auch First Lady Michelle Obama steht zum Auftakt auf der Rednerliste.

Am Dienstag wird sich Ex-Präsident Bill Clinton, Hillarys Ehemann, an die mehr als 4700 Delegierten und gut 50 000 Gäste im Wells-Fargo-Zentrum wenden, am Mittwoch Präsident Barack Obama. Den Höhepunkt bildet Hillary Clintons Rede am Donnerstag. Die Hauptreden finden stets nach 18 Uhr abends Ortszeit statt, also nach Mitternacht mitteleuropäischer Sommerzeit am jeweils nächsten Tag.
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