Parteivize zieht Konsequenzen aus Richtungsstreit mit rechtskonservativem Flügel
Henkel verlässt AfD-Spitze

Der Richtungsstreit in der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) eskaliert. Der stellvertretende Parteivorsitzende Hans-Olaf Henkel erklärte am Donnerstag mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt. Als Grund nannte der 75-Jährige in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe) Versuche von "Rechtsideologen", die Partei zu übernehmen. Zudem klagte er über "charakterliche Defizite" bei führenden AfD-Politikern. Parteichef Bernd Lucke bedauerte Henkels Rückzug und äußerte zum Teil Verständnis für dessen Kritik. Die Co-Vorsitzende Frauke Petry erklärte: "Für mich ist dieser Schritt nach den für ihn schwierigen letzten Wochen persönlich nachvollziehbar." Henkel, ehemaliger Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, gilt wie Lucke als Vertreter des liberaleren Parteiflügels, der sich seit Monaten einen Machtkampf mit dem rechtskonservativen Flügel liefert. Henkel warnte seine Partei in der "FAZ" vor dem Untergang, falls der Richtungsstreit nicht geklärt werde. "Dann wird die AfD scheitern. Das ist meine feste Überzeugung." Zugleich versicherte er: "Ich werde mich weiterhin für die Partei einsetzen - aber nur dort, wo man sich an die Grundsätze unserer Partei hält." Lucke will den rechten Flügel mit Hilfe der Basis in die Schranken weisen. In einem Schreiben an die Mitglieder bittet er darum, einem Mitgliederentscheid zuzustimmen, der jeglichen Kontakt zu "Organisationen im Dunstkreis des Rechtsradikalismus" untersagt.
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