Parteizentrale in Berlin nach Bombenalarm geräumt
Drohung gegen SPD

Yasmin Fahimi. Bild: Huber
Die SPD-Zentrale in Berlin ist am Dienstag wegen einer Bombendrohung geräumt worden. "Das Willy-Brandt-Haus hat heute Nachmittag gegen 15 Uhr eine telefonische Bombendrohung erhalten", sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Die Partei gehe damit mit aller Ernsthaftigkeit um. Nachdem die Polizei nichts Verdächtiges gefunden hat, gab es wenig später Entwarnung. Zuvor hatte Fahimi berichtet, dass seit dem Besuch des Parteivorsitzenden Sigmar Gabriels im sächsischen Heidenau "das Willy-Brandt-Haus eine Flut von Bedrohungen verbunden mit fremdenfeindlicher Hetze" erreiche. Die Generalsekretärin betonte, die SPD werde keinen Millimeter von ihrer klaren Haltung abweichen. Gabriel hatte am Montag die Flüchtlingsnotunterkunft in Heidenau besucht, vor der es am Wochenende zu Krawallen von Rechtsextremen gekommen war. Er hatte die Ausschreitungen verurteilt und die Akteure als "Pack" bezeichnet.

Nach SPD-Angaben gingen seither etwa 300 Mails "mit zum Teil menschenverachtendem Inhalt" ein. Die Mitarbeiter hätten 150 Anrufe entgegengenommen, in denen Beleidigungen, Beschimpfungen und Bedrohungen ein nicht mehr erträgliches Ausmaß angenommen hätten. "Die SPD wird diesen braunen Mob nicht dulden", sagte Fahimi. "Wir bringen auch den leisesten Verdacht auf strafrechtlich relevante Inhalte zur Anzeige." Auch auf Facebook werde die Partei jeden Kommentar löschen, der Hetze gegen Flüchtlinge enthalte.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Berlin (7520)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.