Pegida
Jubiläum der Islamfeinde

Mehrere tausend Pegida-Anhänger demonstrieren am Sonntag auf dem Theaterplatz in Dresden. Sie begehen ihr zweijähriges Bestehen. Im Januar 2015 kamen bis zu 25 000 Menschen. Nach Querelen gingen die Zahlen zurück. Im letzten halben Jahr brachte Pegida noch zwischen 2000 und 3000 Menschen auf die Straße. Bild: dpa

Dresden. Das islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bündnis hat bei einer Kundgebung zu seinem zweijährigen Bestehen am Sonntag in Dresden nach Schätzungen gut 8000 Menschen auf die Straße gebracht. Mehrere Hundert Menschen beteiligten sich an Gegenprotesten. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Zu Zwischenfällen kam es den Angaben zufolge nicht.

Als Redner traten auf dem symbolträchtigen Theaterplatz vor der Semperoper unter anderem der Österreich-Chef der in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung, Martin Sellner, der Chefredakteur des neu-rechten "Compact"-Magazins, Jürgen Elsässer, und der Bundesvorsitzende der rechtspopulistischen Kleinpartei "Die Freiheit", Michael Stürzenberger, auf. Unter "Merkel muss weg"- und "Volksverräter"-Rufen wurde die Bundesregierung wegen der Flüchtlingspolitik attackiert und ein Stopp der Zuwanderung gefordert.

Die Dresdner Versammlungsbehörde war im Vorfeld kritisiert worden, weil Anmelder von Gegenprotesten zunächst nicht nah an die Pegida-Kundgebung herangelassen werden sollten. Angeblich war dies mit Hinweis auf eine islamistische Bedrohungslage begründet worden. Die Stadt wies dies zurück. Auch die Polizei twitterte, dass es keine Hinweise auf eine Anschlagsgefahr gebe.

Während der Kundgebung der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) wurde dann von der Polizei doch Protest in Sicht- und Hörweite zugelassen. Polizeibeamte aus mehreren Bundesländern sicherten die verschiedenen Kundgebungen ab. Bei Demonstrationen zum einjährigen Bestehen von Pegida war es im vergangenen Jahr noch zu gewalttätigen Zusammenstößen gekommen. Damals hatten beide Seiten je 20 000 Menschen mobilisieren können. Das fremdenfeindliche Bündnis war im Oktober 2014 in Dresden erstmals auf die Straße gegangen.
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