Pharmabranche warnt vor Arznei-Stopp
"Risiko für Kranke"

Berlin. Kurz vor dem geplanten Beschluss der Bundesregierung zu einem neuen Arzneimittelgesetz warnt die Pharmabranche vor Risiken für Schwerkranke. Die Patienten sollten Medikamente, die oft die einzige Behandlungsalternative seien, von den Krankenkassen nicht mehr bekommen, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa), Birgit Fischer, der dpa in Berlin. "Betroffen wären beispielsweise Patienten, die an Brust- oder Hautkrebs, Diabetes, Epilepsie, Multiple Sklerose oder psychischen Störungen leiden."

Hintergrund ist, dass teure Medikamente von der Verordnung ausgeschlossen werden sollen, wenn sie nach offizieller Bewertung nicht besser wirken als andere. Laut vfa sind es aber oft formale Gründe, wegen denen diesen Mitteln ein Zusatznutzen im offiziellen Bewertungsverfahren noch nicht zugesprochen werde. Das geplante Gesetz zur Stärkung der Arzneimittelversorgung soll an diesem Mittwoch das Kabinett passieren, wie aus Regierungskreisen verlautete. Es ist Ergebnis eines großangelegten "Pharma-Dialogs". Die Krankenkassen hatten moniert, Gröhe würde der Pharmaindustrie zu weit entgegenkommen.

Mit dem Gesetz will die Regierung zudem eine neue Preisbremse einführen. Der Umsatz für ein neues Mittel soll auf 250 Millionen Euro im ersten Jahr begrenzt werden. Heute können diese zunächst zum frei festgesetzten Preis verkauft werden. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will zudem Apotheker besserstellen, wie die FAZ berichtet hatte.
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