Philologenverband in Sachsen-Anhalt manövriert sich mit Statement über Gefahren für Mädchen ins ...
Heikle Warnung vor Sex mit Flüchtlingen

Für einen Text über Flüchtlinge hat der Philologenverband in Sachsen-Anhalt Kritik von seinem Bundesverband wie auch aus der Politik geerntet. Der Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger teilte am Samstag in Berlin mit: "Das Aufgreifen von unbestätigten Gerüchten in einer schon jetzt gesellschaftlich aufgeheizten Situation ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg, die vor unserer Gesellschaft und unseren Schulen liegenden Herausforderungen zu meistern." Der am Freitag öffentlich gewordene Text hatte sofort große Empörung ausgelöst. "Eine Immigranteninvasion überschwappt Deutschland", heißt es im Editorial der Zeitschrift des Verbandes, das von Verbandschef Jürgen Mannke und der Vize-Chefin Iris Seltmann-Kuke unterzeichnet ist. Im Text wird unter anderem gefragt, wie junge Mädchen vor Sex mit muslimischen Männern gewarnt werden könnten. Im Philologenverband sind hauptsächlich Lehrer an Gymnasien organisiert.

Meidinger erklärte, er halte den in der Verbandszeitschrift erschienenen Text in solchen Passagen für inakzeptabel, in denen unbestimmte Ängste vor Belästigungen junger Mädchen durch muslimische Einwanderer thematisiert würden. Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) machte seine Sicht deutlich: "Wir sind gut beraten, dass wir alles dafür tun, dass keine Klischees und Vorurteile bedient werden, sondern dass wir sachlich unsere Aufgaben erfüllen und alles dafür tun, dass Integration in unserem Land gelingt."

Der in die Kritik geratene Landesverbands-Chef Mannke sagte: "Es ist auf keinen Fall meine Absicht gewesen, ein rechtes Spektrum zu bedienen. Das liegt mir völlig fern." Er räumte ein, dass der Artikel in "manchen Formulierungen möglicherweise zu scharf" sei. Seine Absicht sei eine gesellschaftliche Diskussion gewesen. Ungeachtet seiner Kritik an dem Kollegen aus Sachsen-Anhalt zeigte Bundeschef Meidinger aber teils auch Verständnis für dessen Äußerungen. So sei beispielsweise die von Mannke im Text erhobene Forderung berechtigt, Deutschland dürfe nicht zulassen, dass sich durch Abschottung innerhalb Deutschlands Parallelgesellschaften bilden.
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