Polizei hält 13-jähriges Opfer für glaubwürdig
An Vergewaltigung "kein Zweifel" [Aktualisierung]

Der Tatort befindet sich auf der Kräuterwiese in der Nähe des Basketballplatzes. Bild: Steinbacher

Amberg. (kan) Wegen des Verdachts der Vergewaltigung und des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes sitzt seit vergangenem Sonntag ein 19-Jähriger aus dem Landkreis in der Amberger Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft (wir berichteten). Aus polizeilicher Sicht bestehe "kein Zweifel" daran, dass der junge Mann das Opfer, ein 13 Jahre altes Mädchen aus dem Landkreis Schwandorf, zum Sex gezwungen habe, unterstrich der Sprecher des Präsidiums in Regensburg, Michael Rebele, am Mittwoch auf Nachfrage. Von ihm waren noch weitere Details zu der Tat zu erfahren.

Abgespielt hatte sich alles am Samstag gegen 1.45 Uhr in der Nähe des Basketballplatzes auf der Kräuterwiese. Zu der Vergewaltigung soll es in einem Gebüsch gekommen sein. Täter und Opfer gehörten zu einer Gruppe junger Leute, die sich nachts in diesem Bereich getroffen hatten. "Nachdem Zeugen auf das Geschehen aufmerksam wurden, verständigten sie die Polizei", hatte Rebele bereits am Montag mitgeteilt.

19-Jähriger leugnete Tat

Die Rede war von sieben Zeugen - und man stellte sich die Frage, warum sie nicht eingegriffen haben. "Da war die Geschichte schon vorüber", präzisierte der Präsidiumssprecher nun. Die Jugendlichen hätten zunächst gar nicht mitbekommen, was da in den Büschen stattgefunden hat, sagte Rebele. Erst als der 19-Jährige wieder auftauchte, sei ihnen klar geworden, dass da etwas Schlimmes passiert sein müsse. Nach seiner Festnahme, so erklärte Michael Rebele weiter, habe der 19-Jährige die Tat geleugnet.

Die Clique, die sich auf der Kräuterwiese trifft, ist der Amberger Polizei nicht unbekannt. "Es ist eine Szene, die von uns beobachtet wird", ließ Polizeisprecher Peter Krämer wissen und nannte als Stichworte Alkoholgenuss und Ruhestörungen. Die rund 20 jungen Leute hätten sich zuvor immer beim Seerosenteich im Stadtgraben aufgehalten und dann ihren Treffpunkt verlagert. Krämer erzählte auch von Kontrollen, die es bereits gegeben habe.

17-Jährige missbraucht

Wie berichtet, ist der 19-Jährige kein unbeschriebenes Blatt. Heuer im März hatte er sich eine Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs eingehandelt. Eine 17-Jährige hatte sich mit zwei ihr seit langem bekannten Männern getroffen, einer davon war der 19-Jährige. Es floss reichlich Alkohol in einem Zimmer, in dem "eigentlich nur ein Bett stand", wie der Richter in der Verhandlung am Landgericht anmerkte. Am Ende hatte das Mädchen einen Vollrausch - über drei Promille - und war damit nicht mehr Herrin ihrer Sinne. Die beiden Männer, ebenfalls nicht mehr nüchtern, nutzten das aus und vergriffen sich an der 17-Jährigen. Und sie machten davon auch noch Schnappschüsse und Videoaufnahmen mit dem Handy. Während des nichtöffentlichen Prozesses wurden diese Aufzeichnungen gezeigt. Die Täter hatten sie zunächst gelöscht. Doch Spezialisten der Polizei konnten sie wiederherstellen.
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