Polizei nimmt Verdächtigen fest
Brisante Verbindung

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew Cuomo (von rechts) am Ort des Sprengstoffanschlags. Die Hintergründe sind weiter unklar. Eine Verbindung zum internationalen Terrorismus wird bislang ausgeschlossen. Bild: dpa

New York/Elizabeth. Nach dem Bombenanschlag in New York und dem Fund mehrerer Sprengsätze hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Der Gesuchte Ahmad Khan Rahami wurde am Montag in Linden (New Jersey) festgenommen. Möglicherweise gehen alle Zwischenfälle vom Wochenende auf sein Konto. Fernsehbilder zeigten den Verdächtigen auf einer Trage liegend in Obhut der Polizei. Er war bei Bewusstsein und hatte mehrere Verletzungen.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Linden hatte der 28-Jährige im Durchgang einer Bar geschlafen und war von Passanten entdeckt worden. Als die alarmierte Polizei den Schlafenden habe wecken wollen, sei es zu einem Schusswechsel gekommen, sagte Derek Armstead. Rahami sei ins Bein getroffen worden und ein Polizist in seine schusssichere Weste.

Keine Verbindung zum IS


Die Polizei hatte erst am Montagmorgen einen Fahndungsaufruf veröffentlicht, der den US-Amerikaner afghanischer Herkunft mit den Anschlägen von New York und mit den Sprengsätzen von Seaside Park und Elizabeth in Verbindung bringt. Offen ist, ob er allein handelte. Laut Polizei wohnte er in Elizabeth, wo der Bombenrucksack gefunden wurde. Der Sender NBC berichtete, sein Fingerabdruck sei auf einer nicht explodierten Bombe gefunden worden. Die Ermittler stufen die Vorfälle als Terrorismus ein, eine direkte Verbindung zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) existiere bislang aber nicht.

Linden liegt etwa 6,4 Kilometer entfernt von Elizabeth. Dort wurde am späten Sonntagabend in der Nähe des Bahnhofs eine Tasche mit fünf Bomben gefunden, die von der Polizei entschärft wurden. Bei der Explosion am Samstag im New Yorker Szeneviertel Chelsea waren 29 Menschen verletzt worden. Ein zweiter Sprengsatz explodierte nicht. Bereits am Samstagmorgen war in Seaside Park in New Jersey eine von drei Rohrbomben in einer Mülltonne detoniert. Sie galten wohl einem Wohltätigkeitslauf der Marineinfanterie mit 5000 Teilnehmern. Verletzt wurde niemand. Unterdessen verschärften die Taten die Auseinandersetzung im Präsidentenwahlkampf. Republikaner Donald Trump sagte im Sender Fox, es sei mit weiteren Anschlägen zu rechnen. Verantwortlich seien die Regierung Obamas und seine Konkurrentin Hillary Clinton, die Hunderttausende Fremde ins Land lassen wollten. Diese Behauptung ist sachlich falsch, so hat die US-Regierung die Zahl anzuerkennender Flüchtlinge etwa aus Syrien für 2016 auf nur 10 000 begrenzt. Clinton sagte, in den USA lebten Millionen friedlicher eingebürgerter Einwanderer und Muslime. Trump, dem sie Demagogie vorwarf, suche einen Krieg mit dem Islam.
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