Polizei Weiden zieht Einsatzbilanz: Meist kleinere Schäden an Silvester
Schlägereien, Brände, Verletzungen durch Feuerwerk

Symbolbild: dpa

Weiden/Amberg. Gut zu tun hatten die Einsatzkräfte der Polizeiinspektionen in der Oberpfalz in der Silvesternacht. Von Mitternacht bis drei Uhr gab es laut der am Donnerstag veröffentlichten Bilanz rund 140 Einsätze zu bewältigen. Dabei bereitete nicht nur das Partyvolk den Beamten Sorgen, sondern auch der Umstand, dass die Straßen teilweise spiegelglatt waren.

Die Beamten der Inspektion Weiden rückten zu über 20 Einsätzen aus. Im Bericht heißt es: "Angesichts der vielen Menschen, die an den verschiedensten Partys im gesamten Stadtgebiet teilnahmen und der Menge an Alkohol, der sicherlich geflossen war, mussten nicht überproportional viele Straftaten verzeichnet werden." Die Schäden seien meistens entsprechend gering.

Brand in Stallung: 500 000 Euro Schaden

Das gilt allerdings nicht für eine Stallung, die in der Nacht in Stamsried im Landkreis Cham Feuer gefangen hatte. Mehr als 40 Rinder konnten vor dem Feuer gerettet werden. Das Gebäude, Futtermittel und Erntevorräte verbrannten. Es entstand hoher Sachschaden im Wert von einer halben Million Euro. Zudem verletzten sich zwei Feuerwehrleute leicht. Die Brandursache ist nicht bekannt, in der Nähe der Brandstelle wurden nach Angaben der Polizei Rückstände von Feuerwerkskörpern gefunden.

Weiden: Körperverletzungen und kleine Feuer

In Weiden gerieten zwei junge Menschen in der Marienbader Straße bei einer Silvesterfeier um kurz vor 23 Uhr in Streit. Beide Beteiligten, eine 21-Jährige und ein 20-jähriger Besucher, waren alkoholisiert. Der 20-Jährige packte die junge Frau laut Polizeibericht am Arm, schüttelte und beleidigte sie. Dadurch erlitt die Frau Schmerzen und Hämatome. Die Polizei nahm eine Anzeige wegen Beleidigung und Körperverletzung auf.

Durch herabgefallene Silvesterkracher gerieten in der Ledererstraße und in der Königsberger Straße nach Angaben der Polizei Müllsäcke beziehungsweise ein Müllcontainer in Brand. Beide Feuer wurden schnell gelöscht, so dass kein Sachschaden entstand. In der Asylstraße in Weiden bemerkte ein Autobesitzer gegen 2.15 Uhr, dass die Heckscheibe seines Opel Meriva zerstört wurde. Er hatte das Auto am rechten Fahrbahnrand ordnungsgemäß geparkt. Ob die Scheibe mutwillig eingschlagen oder durch einen Silvesterkracher kaputt gegangen ist, ist nicht klar. Die Polizei nahm eine Anzeige wegen Sachbeschädigung auf. Der Sachschaden wird auf 300 Euro geschätzt.

Um 5 Uhr wurde der Polizei gemeldet, dass eine Person in der Kurt-Schumacher-Allee zusammengeschlagen wurde. Vor Ort stellten die Beamten fest, dass ein 26-jähriger amerikanischer Staatsangehöriger vermutlich von mehreren unbekannten Personen geschlagen und getreten worden war. Hinweise auf die Täter konnte der Geschädigte nicht geben.

Landkreis Tirschenreuth: Unfall mit Totalschaden

Totalschaden entstand bei einem Verkehrsunfall auf der Kreisstraße zwischen Fockenfeld und Neudorf im Landkreis Tirschenreuth. Ein 24-jähriger Autofahrer kam auf dem Nachhauseweg von einer Silvesterparty gegen 0.45 Uhr mit seinem VW Polo wegen zu schneller Geschwindigkeit bei Glatteis von der Fahrbahn ab und prallte gegen zwei kleine Bäume. Hierbei wurde seine Beifahrerin leicht im Brustbereich verletzt. Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Es entstand Totalschaden an dem Polo, dessen Zeitwert die Polizei auf 1500 Euro schätzt.

Mitterteich: Schlägerei wegen Silvesterrakete

Eine offenbar von einem 21-Jährigen absichtlich auf eine Personengruppe
abgefeuerte Silvesterrakete war um 0.05 Uhr Auslöser einer Schlägerei zwischen
mehreren jungen Leuten in Mitterteich. Als die Verursacher angesprochen wurden, kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung, in deren Verlauf laut Polizei unter anderem ein 15-Jähriger mehrmals mit dem Fuß gegen einen 16-Jährigen trat.

Hierbei verletzte sich der Angreifer selbst und wurde zur weiteren Behandlung
ins Krankenhaus eingeliefert. Der genaue Hergang muss noch ermittelt werden.

Die Polizei schreibt, dass "viele Personen ziemlich leichtfertig mit der richtigen Handhabung von Silvesterfeuerwerk umgingen".

Burglengenfeld: Körperverletzung und verbotene Böller

Beleidigt und tätlich angegriffen hat ein 32-Jähriger mehrere Personen in Burglengenfeld. Zunächst hatte er in einer Diskothek in der Kirchenstraße eine Schlägerei angefangen, bei der sich ein 33-Jähriger leicht an der Hand verletzte. Außerdem spuckte der Randalierer mehreren Personen ins Gesicht. Als die Security dazwischen ging, schlug der 32jährige diesen mit der Faust ins Gesicht, so die Polizei. Der Sicherheitsmitarbeiter wurde ebenfalls leicht verletzt. Daher nahm die Polizei den 32-Jährigen in Gewahrsam nehmen. Er nüchterte auf der Polizeiinspektion aus. Als er jedoch am Morgen aus dem Gewahrsam entlassen wurde , beleidigte er einen Polizeibeamten mehrfach.

Kurz vor dem Jahreswechsel war ein 17-Jähriger auf dem Marktplaz in Burglegenfeld mehrere Böller. Da diese ungewöhnlich laut waren, wurde die Polizei verständigt. Bei der Überprüfung der Böller mit dem Namen "La Bomba" stellte sich heraus, dass diese nicht die notwendige Kennzeichnung hatten.
Der 17-Jährige erhält nun eine Anzeige nach dem Sprengstoffgesetz.

Sulzbach-Rosenberg: Widerstand gegen Polizeibeamte

Mehrere Jugendliche leisteten gegen 23.20 Uhr erheblichen Widerstand gegen Polizeibeamte. Wie die Polizei berichtet, trafen die Beamten die Jugendlichen bei einer Silvesterfeier in einer Wohnung in der Frühlingstraße an. Sie sollten nach Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten zur Wache gebracht und von dort abgeholt werden. Ein deutlich betrunkener 14-Jähriger ging dabei massiv auf die Polizeibeamten los und wehrte sich vehement gegen die Gewahrsamnahme. Zwei andere 18-jährige Beschuldigte, die ebenfalls an der Feier teilnahmen, wollten ihrem Kumpel ganz offensichtlich zu Hilfe kommen. Einer von ihnen ging massiv auf einen Hundeführer der Polizei los.

Der 18-Jährige wurden von den Beamten zu Boden gebracht, wo er sich weiter wehrte. Der andere aggressive 18-Jährige befolgte einen Platzverweis nicht und sollte in Gewahrsam genommen werden. Gegen diese Maßnahme wehrte sich auch dieser vehement. Der 14-Jährige sprach laut Polizei außerdem Bedrohungen und Beleidigungen gegenüber den Polizeibeamten aus. Nach den ersten Ermittlungen wurde der 14-Jährige seiner Mutter übergeben, die zwei anderen Beschuldigten wurden von einem Erziehungsberechtigten abgeholt. Von den Beamten wurde niemand verletzt, der 14-Jährige erlitt durch die Widerstandshandlung nach Angaben der Polizei eine minimale Schürfwunde im Gesicht.

Pfreimd: gefährliche Körperverletzung durch Silvesterrakete

Durch eine Silvesterrakete am Bein verletzt wurde gegen 0.15 Uhr ein 18-Jähriger. Offenbar hatte ein Unbekannter am Bahnhofsvorplatz die Rakete in Richtung der dort feiernden Personengruppe gezündet. Die Rakete traf den 18-Jährigen am rechten Unterschenkel und hinterließ dort eine Brandwunde. Er wurde mit dem Bayerischen Roten Kreuz zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus Schwandorf gebracht.

Nabburg: Körperverletzung in Gaststätte

Die Polizei Nabburg bittet um Hinweise auf einen bislang Unbekannten, der gegen 0.30 Uhr einen 30-jährigen Gast in der Toilette des Schmidthauses am Oberen Markt offenbar grundlos am Kopf packte und diesen gegen die Fliesen schlug. Wie die Polizei mitteilt, zog sich der 30-Jährige dabei eine Platzwunde am Kopf zu, die im Krankenhaus Schwandorf versorgt werden musste. Der Täter soll 20 bis 25 Jahre alt sein, hat kurze schwarze Haare und ist rund 1,80 Meter groß und schlank. Die Polizei sucht Hinweise auf die Identität dieses Mannes.
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