Polizeilicher Notstand: Clowns und Spiele sollen verängstigte Menschen ablenken - ...
Willkommensfest für Flüchtlinge in Heidenau unsicher

Bange Blicke: Ein Flüchtlingspaar vor dem ehemaligen Praktiker-Baumarkt in Heidenau. Bild: dpa
Eine Woche nach den Ausschreitungen Rechtsradikaler in Heidenau hat die Polizei Schwierigkeiten, geplante Kundgebungen abzusichern. Ein Willkommensfest für die Flüchtlinge in der betroffenen Unterkunft steht auf der Kippe.

Wie das Landratsamt in Pirna am Donnerstagabend mitteilte, ist die sächsische Polizei mit den ihr zur Verfügung stehenden Kräften nicht in der Lage, die Versammlungen abzusichern - man spreche von einem polizeilichen Notstand. Rechte Gegner der Unterkunft wollen an diesem Freitag auf die Straße gehen. Das Bündnis Dresden Nazifrei, das zusammen mit den Flüchtlingen vor der Unterkunft ein Grillfest mit verschiedenen Aktivitäten feiern will, sprach von einem Skandal. "Gerade nach den Ereignissen am vergangenen Wochenende muss es der Polizei doch möglich sein, so eine Veranstaltung, bei der wir den Menschen eine schöne Zeit bereiten wollen, abzusichern", sagte Henning Obens von der Interventionistischen Linken.

Das Bündnis versuche, das Willkommensfest, bei dem in Berlin gesammelte Sachspenden verteilt werden sollen, auf privatem Gelände direkt an der Unterkunft zu veranstalten. Notfalls erwäge man juristische Schritte. "Wir richten uns aber darauf ein, dass wir das Fest mit den Flüchtlingen feiern können." Wie der sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth (CDU) twitterte, bemüht sich die sächsische Polizei um Hilfe aus anderen Ländern.

Viel mit Pegida zu tun

Für Freitagabend hat auch die Bürgerinitiative Heidenau im Internet zu einer Demonstration gegen die Unterkunft in der Kleinstadt unweit Dresden aufgerufen. Sie wird dabei von anderen rechten Gruppen wie der Bürgerwehr Freital und der Meißener Initiative Heimatschutz unterstützt. Dresden sei ein Kulminationspunkt von Rechten und Ausländerfeinden, sagte Obens. "Das hat sehr viel mit Pegida zu tun und einer falschverstandenen Toleranz gegenüber dieser rassistischen Bewegung."
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