Präsident des US-Abgeordnetenhauses weicht Hardlinern
Der dritte Mann geht

Der republikanische Präsident des US-Repräsentantenhauses, John Boehner (65), tritt nach schweren Konflikten mit radikalkonservativen Abgeordneten zurück. Er werde im Oktober sowohl seinen Posten als auch seinen Sitz in der Kongresskammer aufgeben, teilte Boehner am Freitag mit. Er begründete dies mit andauerndem Widerstand in den eigenen Reihen.

Boehner verlässt einen der wichtigsten Posten in der US-Politik. Der Chef des Abgeordnetenhauses ist nach dem Vizepräsidenten der nächste, der ins Weiße Haus nachrückt, wenn der Präsident sein Amt nicht mehr ausüben kann. Sein Abschied kam zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend. Im Kongress stehen wichtige Entscheidungen über den Staatshaushalt an. Ein längerer Streit um die Führerschaft würde dem Haus irreparablen Schaden zufügen, begründete Boehner seine Entscheidung. Hintergrund waren Pläne einer Gruppe radikalkonservativer Abgeordneter, einen Misstrauensantrag gegen ihn einzureichen. Damit wäre Boehner möglicherweise zum politischen Überleben auf Stimmen der Demokraten angewiesen gewesen.

US-Präsident Barack Obama nannte Boehner einen "guten Mann" und einen "Patrioten". Trotz aller politischen Differenzen habe der Republikaner sich immer zivilisiert verhalten, sein Wort gehalten und sich um Kompromisse bemüht.
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