Präsident Erdogan beharrt auf Einfluss im Irak
Türkei greift ein

Berlin/Erbil. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat das Eingreifen der türkischen Armee in die Offensive gegen die irakische IS-Hochburg Mossul kritisiert. Die Souveränität anderer Staaten müsse respektiert werden, sagte die Ministerin am Mittwoch im ZDF. Die Türkei gehöre zur Anti-IS-Koalition und müsse sich an die Regeln halten, betonte die Ministerin. Der Irak fordert den Abzug türkischer Soldaten, was Ankara jedoch ablehnt.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will das Engagement seines Landes im Irak aber nicht herunterfahren. "Wir können unsere Brüder in Kirkuk und Mossul nicht alleine lassen", sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara. Er betonte: "Die Türkei wird auf jeden Fall bei jeder Entwicklung im Irak und in Syrien eine Rolle spielen."

Die Festnahme der Bürgermeister der Kurdenmetropole Diyarbakir, Gültan Kisanak und Firat Anli, am Dienstag wegen Terrorverdachts hat international Sorge und Kritik ausgelöst. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und EU-Kommissar Johannes Hahn sprachen in einer Mitteilung von "sehr besorgniserregenden Berichten". Die Staatsanwaltschaft wirft Kisanak und Anli unter anderem vor, staatliche Mittel zugunsten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK missbraucht zu haben. Gegen Kisanak wird außerdem wegen Mitgliedschaft in der PKK ermittelt.
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