Präsidentschaftbewerber der Republlikaner
Trump startet durch

Nach dem Sieg in Indiana ist Donald Trump (Mitte) die Präsidentschaftskandidatur bei den Republikanern sicher. Bild: dpa

Politveteranin gegen Quereinsteiger, Frau gegen Mann - nach dem Rückzug der Republikaner Ted Cruz und John Kasich ist dies das Duell um die Nachfolge Barack Obamas im Weißen Haus. Es ist angerichtet - für einen langen und wohl auch schmutzigen Kampf um das Oval Office.

Indianapolis. In Indiana beschäftigen sich die Menschen in dieser Zeit des Jahres normalerweise mit zwei Dingen: dem Wetterbericht, der im Frühjahr häufig Tornados ankündigt, und dem weltberühmten Autorennen, den 500 Meilen von Indianapolis. Doch 2016 ist alles anders: Der Bundesstaat im Mittleren Westen hat am Dienstag politische Geschichte geschrieben. Die Wähler in Indiana haben den Weg für die Präsidentschaftskandidatur des schillernden Baulöwen Donald Trump geebnet und damit für ein pikantes Polit-Duell um das Weiße Haus: Trump gegen Hillary Clinton.

Trump gewann in Indiana so klar, so überzeugend, so vernichtend - seinem parteiinternen Gegenspieler bei den Republikanern, Ted Cruz, blieb nichts mehr übrig als die Flinte ins Korn zu werfen. Indiana war seine letzte Chance. Trump stahl ihm sein Kerngebiet. Einen Tag später stieg auch der letzte Verbliebene von einst 17 Republikaner-Bewerbern aus: John Kasich beendete seine Wahlkampagne. Cruz hatte den Spagat zwischen erzkonservativen Thesen und Anbiederung ans Establishment nicht geschafft. Kasich hatten Mittel und Charisma gefehlt, um die Wähler zu erreichen. Donald Trump, das Phänomen, das Feindbild der politisch Etablierten in den USA und in fast aller Welt, der Politkasper - er ist der einzige verbliebene Bewerber. Der Immobilienmilliardär, noch nie in ein politisches Amt gewählt, wird nun wohl alle Delegierten einstreichen und sich mit einer satten Mehrheit im Rücken im Juli in Cleveland zum Kandidaten küren lassen.

Spende für Hillary Clinton


Trump ist der erste Nicht-Politiker seit Dwight D. Eisenhower, der sich ernsthaft um das Oval Office bemüht. Er ist auch der erste Kandidat, der für seine eigene Gegnerin gespendet hat - Trump unterstützte den Wahlkampf Hillary Clintons im Jahr 2008 gegen Barack Obama. Seinen Anhängern ist das alles genauso egal wie sein teils flegelhaftes Verhalten. "Trump ist eine Marke, jeder kennt ihn und jeder kennt ihn so, wie er ist", sagt die Politikwissenschaftlerin Amanda Friesen von der Universität in Indianapolis. Trump will ein starkes Militär, er will Protektorismus im Außenhandel. Muslime sollen wegbleiben und an der Grenze zu Mexiko soll eine Mauer entstehen. Trump bleibt mit seinen programmatischen Aussagen so vage, dass er politisch kaum einzuordnen ist.

Bisher ist Wladimir Putin der einzige namhafte ausländische Staatsmann, der eine mögliche Präsidentschaft Trumps öffentlich begrüßt hat. Viele andere halten ihn eher für ein Risiko. "Ich kann nur hoffen, dass der Wahlkampf in den USA nicht an den Realitäten vorbeigeht", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kürzlich mit wenig diplomatischer Zurückhaltung.
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