Pressath: 25-jährige Frau Zufallsopfer nach Einbruch
Wohnungstür des Opfers aufgebrochen

Bild zu Wohnungstür des Opfers aufgebrochen

Pressath. (wüw/spi/is) Eine Kleinstadt unter Schock. Und es sind tatsächlich schockierende Details, die Polizeisprecher Werner Stopfer von der Bluttat in der Nacht zum Samstag vermeldet.

Anwohner hatten gegen 3.45 Uhr Hilfeschreie gehört und kurz darauf eine 25-Jährige auf dem Gehweg der Bachstraße gefunden, durch Messerstiche und Schläge schwerverletzt. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass ein wildfremder 28-Jähriger die Frau in ihrer Wohnung in einem Haus in der Bachstraße überfallen hat. Gegen den Mann wurde mittlerweile Haftbefehl wegen versuchtes Mordes erlassen.

Der US-Amerikaner sei demnach auf der Suche nach Geld in die Metzgerei im Erdgeschoss des Wohnhauses eingebrochen, wenige Hundert Meter vom Pressather Ortszentrum entfernt. Nachdem er in der Metzgereifiliale nichts Verwertbares finden konnte, habe er sich in den ersten Stock geschlichen und dort die Wohnungstür des Opfers aufgebrochen. „Wir gehen davon aus, dass Täter und Opfer in keiner Beziehung zueinander standen.“ In der Wohnung traf der mutmaßliche Täter also auf ein Zufallsopfer, auf das er brutal einstach und -schlug. Der Mann flüchtete nach dem Angriff, die Frau rettete sich schwer verletzt auf die Straße, wo Nachbarn tatsächlich ihre Hilferufe hören.

Die Frau schwebte nach der Tat in akuter Lebensgefahr und musste in einem Regensburger Krankenhaus notoperiert werden. Am Sonntag erwachte sie aus dem Koma. Es gehe ihr den Umständen entsprechend, sagt Stopfer. Lebensgefahr bestehe nicht mehr. Mit ihren Aussagen zum Täter gab sie der Polizei am Sonntag entscheidende Hinweise. Schon zuvor hatte sich ein Zeuge gemeldet, der in der Nähe des Tatorts einen Mann habe laufen sehen. „Daher der Name der Ermittlungskommission ‚Nachtläufer’“, so Stopfer. Die Beschreibung des Opfers habe zu der des Zeugen gepasst. Die Beamten der Polizeiinspektion Eschenbach überprüften daraufhin den mutmaßlichen Täter in seiner Wohnung in Pressath. Mit ihm hatten die Polizisten in der Vergangenheit schon einige Mal zu tun. In der Vernehmung verwickelte er sicher in Widersprüche und räumte die Tat schließlich ein. „Der Mann ist bislang nicht als Gewalttäter bekannt gewesen“, so Stopfer, der mit den bisherigen Ermittlungen zufrieden ist: „In Pressath hat die Tat zurecht große Besorgnis und Bestürzung ausgelöst. Wir sind froh, so schnell einen Fahndungserfolg vorweisen zu können.“

Die Polizei hat bislang keine Hinweise auf weitere Täter. Es spreche bislang alles dafür, dass der Mann alleine gehandelt hat. Die Kriminaltechnik untersuche derzeit ein Messer, das die Beamten für die Tatwaffe halten. Stopfer wollte sich nicht dazu äußern, ob der Mann das Messer bereits mit sich führte, als er die Wohnung aufbrach. „Das ist Täterwissen, das bei den weiteren Ermittlungen eine Rolle spielen kann“, begründete Stopfer seine Zurückhaltung. Am Montagvormittag musste der 28-Jährige beim Haftrichter erscheinen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor.
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