Pressath: Lothar Hermann rettet einer überfallenen 25-jährige Frau das Leben
Der Held von Pressath

Auf der Bachstraße, wenige hundert Meter vom Pressather Ortszentrum entfernt, finden Anwohner am frühen Samstag die schwer verletzte Frau. Bild: spi

Pressath. (wüw) Lothar Hermann lässt keinen Zweifel: „Ohne mich wäre die Frau tot.“ Der Pressather war es, der am frühen Samstag die Frau auf dem Gehsteig entdeckte, die kurz davor in ihrer Wohnung in der Bachstraße überfallen worden war.

Die Polizei hat inzwischen einen 28-Jährigen verhaftet. Er soll die Wohnungstür der Frau aufgebrochen und diese dann mit einem Messer attackiert haben, als sie ihn beim Einbruch überraschte.
Davon wusste Lothar Hermann nichts, als er am Samstagmorgen die Toilette ansteuerte. Fenster und Türe zum Hof seines Hauses in der Bachstraße 25 seien offen gewesen. „So habe ich von der Straße ein Wimmern gehört“, sagt Hermann. Um Hilfe konnte die Frau wohl schon gar nicht mehr rufen. Die Geräusche habe er erst gar nicht mit einem Menschen in Verbindung gebracht. „Ich dachte, da streiten Katzen.“

"Hilfe, ich sterbe"

Dann sei er doch zum Hoftor gegangen, um auf die Straße zu schauen: „Ich bekomme heute noch Gänsehaut“, sagt der Rentner am Dienstag. Die 25-Jährige lag in einer Blutlache, der Fleck ist noch heute zu sehen. „Hilf mir, ich sterbe“, habe die Frau gehaucht und er in seinem Schock daraufhin wie ein Automat reagiert. Doch der 62-Jährige hat in der Ausnahmesituation alles richtig gemacht: „Ich habe einen Notruf abgesetzt, die Frau zugedeckt und sie getröstet.“ Außerdem rief er selbst laut um Hilfe, immer wieder. Davon sei seine Untermieterin aufgewacht. Gemeinsam haben sie sich um das Opfer gekümmert bis Hilfe kam: Erst die Helfer vor Ort, dann Notarzt und Polizei. „Die waren sehr schnell da“, sagt Hermann.

Unehrenhafte Entlassung

Zwei Tage nach seiner Festnahme werden auch zum Täter Details bekannt. Viel wissen die Pressather über den 28-Jährigen aber nicht. Obwohl er schon einige Zeit hier lebt, ist er kaum in Erscheinung getreten. Kurzzeitig soll er in einem Pressather Sportverein aktiv gewesen sein. Fest steht wohl, dass er verheiratet und Vater zweier kleiner Kinder ist. Die US-Armee soll ihn unehrenhaft entlassen haben.

Viele Fragen offen

Weshalb er ausgerechnet in dieses Haus eingebrochen ist, dazu gebe es noch keine Erkenntnisse, sagt Polizeisprecher Werner Stopfer. Dass der Täter mit einer Vormieterin des Opfers bekannt war und so die Verhältnisse dort kannte, wollte Stopfer nicht bestätigen. „Dazu liegen uns keine Informationen vor.“ Unklar sei auch, ob der Täter unter Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholeinfluss stand. Dazu gebe es noch kein Untersuchungsergebnis. Das gilt auch für die genauen Verletzungen, die der Täter der Frau zugefügt hat.
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