Prof. Rainer K. Schöffel: Kritik an Luisenburg-Intendant Lerchenberg
Luisenburg-Intendant Lerchenberg: Als Angestellter der Stadt Wunsiedel muss er sich Kritik stellen

"Ich lass mir nur nicht unfair an den Karren pinkeln":

Seit Mai 2014 bin ich neu gewähltes Mitglied des Stadtrates von Wunsiedel und in verschiedenen Ausschüssen tätig. Die Stadt Wunsiedel hat in der 12-jährigen Amtszeit von Bürgermeister Beck (CSU) mit seiner CSU/FW-Mehrheit die Verschuldung von knapp 18 Millionen Euro auf über mittlerweile 100 Millionen Euro angehäuft. Das bedeutet eine Pro-Kopf-Verschuldung von über 10 000 Euro - ein in Bayern einmaliges Ergebnis.

Wenn nun durch neue Mitglieder des Stadtrates kritisches Hinterfragen von, um es vorsichtig auszudrücken, bestimmten Merkwürdigkeiten erfolgt, so sind die ausstehenden Antworten häufig sehr, sehr unbequem. Dem muss sich auch der Herr Lerchenberg stellen. Das Gleiche gilt auch für ihm entgegengebrachte Kritik.

Wenn Lerchenberg von "meinem Bürgermeister" spricht, alleine das ist schon bemerkenswert, vergisst er scheinbar, dass er als Intendant der Luisenburg-Festspiele Angestellter der Stadt Wunsiedel ist. Die Aussage des Angestellten Lerchenberg, er "werde an keiner nicht-öffentlichen Sitzung des Stadtrates teilnehmen", kommt einer Abmahnung gleich. Wenn er weiterhin von einem aufrichtigen Stadtrat, der seine per Gesetz vorgeschriebene Kontrollfunktion wahrnimmt, als "Heckenschützen" und "pathologischen und fanatischen Quertreibern" spricht, dann ist auch das nicht mehr hinnehmbar.

Meiner Meinung nach bereitet Lerchenberg eindeutig seinen Abgang vor und möchte diesen zumindest einem Stadtrat in die Schuhe schieben.

Lerchenberg hat außerordentliche Besucherzahlen auf der Luisenburg erreicht: 2010: 144 919 und 2011: 146 708. Mit durchschnittlich 1705 Besuchern pro Vorstellung hat er die Marke eines Intendanten Christian Mettin aus dem Jahr 1977 mit 1721 knapp verfehlt. Fakt ist aber auch, dass die Besucherzahlen in den Jahren 2012 (120 000), 2013 (119 002) und vor allem 2014 (103 835) massiv eingebrochen sind. Zu Erinnerung: Der Intendant Pavel Fieber wurde mit 97 742 Besuchern in der Saison 2002 kurz darauf vom damaligen Stadtrat entlassen. Dem scheint der Angestellte Lerchenberg durch seine Rundumschläge zuvor kommen zu wollen.

Wenn im künstlerischen Bereich mit Pseudonymen gearbeitet wird, dann ist das eine Sache. Eine andere Sache ist es, was die dazugehörigen jeweiligen Abrechnungen/Lohnzahlungen anbelangt.

Lerchenberg würde es gut tun, wenn er ausschließlich seine Leistungen, die er für die Luisenburg zu erbringen hat und in seinem Dienstvertrag stehen, veröffentlichen würde. Weiterhin sollte er öffentlich klarstellen, was der Zoll mit seinen Durchsuchungen, einer bisher einmaligen Geschichte auf der Luisenburg - übrigens: kein Theaterstück -, bezweckte, beziehungsweise ermittelte.

Professor Rainer K. Schöffel 95632 Wunsiedel
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