Prozess gegen kritische Journalisten in der Türkei
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Istanbul. Unter großem öffentlichen Interesse hat in der Türkei der umstrittene Prozess gegen die regierungskritischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül begonnen. Dündar ist Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet", Gül Hauptstadt-Büroleiter. Ihnen wird unter anderem Spionage und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Das Gericht verschob die Verhandlung am Freitag auf den 1. April, wie die Nachrichtenagentur DHA berichtete. Zuvor hatte das Gericht in Istanbul die Öffentlichkeit an allen Verhandlungstagen ausgeschlossen. Aktivisten kritisierten diese Entscheidung scharf und äußerten Zweifel an der Fairness des Prozesses. Hintergrund der Anklage ist ein Bericht der "Cumhuriyet" über angebliche Waffenlieferungen der Türkei an Extremisten in Syrien. Den Angeklagten wird auch vorgeworfen, sie hätten versucht, die türkische Regierung "durch Anwendung von Nötigung und Gewalt zu untergraben". Den Journalisten droht lebenslange Haft. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der gegen Dündar und Gül Anzeige erstattet hatte, wurde nach Angaben von DHA ebenso als Nebenkläger zugelassen wie der türkische Geheimdienst MIT.

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