Prozess nach Millionen-Finanzskandal in Österreich
Außer Kontrolle

Salzburg. Ein österreichischer Finanzskandal, der zum Sturz der Salzburger Landesregierung führte, hat seit Donnerstag ein juristisches Nachspiel. Einer 44-jährigen ehemaligen Mitarbeiterin des Landesfinanzministeriums Salzburg werden schwerer Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfen. Sie soll von 2008 bis 2012 weitgehend unkontrolliert mit gefälschten Unterschriften fast 100 riskante Zins- und Währungsgeschäfte getätigt haben.

Das Bundesland Salzburg hat wegen der 2001 begonnenen Spekulationsgeschäfte und einer Steuernachzahlung rund 500 Millionen Euro verloren. Über den 2012 aufgeflogenen Skandal war die Landesregierung gestürzt. "Es tut mir wahnsinnig leid", sagte die 44-Jährige beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Salzburg. "Zur damaligen Zeit war mir die Tragweite meines Verhaltens nicht bewusst."

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat 500 Aktenordner mit mehr als 140 000 Seiten ausgewertet. Beim aktuellen Prozess wird nur ein Teilbereich verhandelt. Im Visier der Ermittler sind insgesamt zehn Verdächtige. Rund 700 hochspekulative Finanzgeschäfte sollen durchleuchtet werden.
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