Putins Abzugsbefehl überrascht den Westen
Hoffnung auf echte Friedensverhandlungen in Syrien

Moskau/Genf. Der überraschende Abzugsbefehl aus Syrien von Präsident Wladimir Putin nährt die Hoffnungen auf Fortschritte bei den Friedensverhandlungen in Genf. Spätestens jetzt - am fünften Jahrestag des Kriegsausbruchs - sei die Zeit gekommen, seriös zu verhandeln, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Dienstag. Russland ließ offen, wie weit der Truppenabzug tatsächlich reichen soll. Zwar trafen noch am selben Tag die ersten Kampfjets auf ihren Heimatstützpunkten ein, doch kündigten ranghohe Funktionäre in Moskau an, in Militärbasen in Syrien weiter Soldaten zu stationieren.

Mit seinem Abzugsbefehl hat Putin auch den Westen überrascht. Steinmeier zufolge wurden weder die USA noch die europäischen Partner von Moskau vorab über die Abzugspläne informiert. Der Druck auf den umstrittenen Präsidenten Baschar al-Assad wachse nun. Auch wenn nur ein Teil der russischen Ankündigungen wahr werde, bedeute dies, dass sich Assad der russischen Unterstützung nicht mehr so sicher sein könne wie bisher. Die syrische Opposition würdigte den Teilabzug zwar als positiven Schritt, doch gehe dieser nicht weit genug. Russland müsse seine Soldaten vollständig abziehen, forderte der Sprecher des Hohen Verhandlungskomitees der Regimegegner, Salim Muslit, in Genf.
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