Putsch in der Türkei
90 Milliarden Euro Schaden

Die Türkei rechnet nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli mit einem wirtschaftlichen Schaden von umgerechnet mindestens 90 Milliarden Euro.

Istanbul. Unter anderem seien Gebäude und militärische Ausrüstung beschädigt worden, sagte Zoll- und Handelsminister Bülent Tüfenkci nach Angaben der Zeitung "Hürriyet" vom Dienstag. Der wirtschaftliche Schaden werde voraussichtlich noch steigen. Nicht mitgerechnet bei der genannten Summe von mindestens 300 Milliarden Türkischen Lira sei die Stornierung von Aufträgen aus dem Ausland und der Rückgang der Besucherzahlen. "Die Putschisten haben die Türkei wie ein Dritte-Welt-Land aussehen lassen", sagte Tüfenkci. Zur Zukunft äußerte er sich dennoch positiv. Die türkischen Märkte hätten den Putschversuch gut überstanden. Schon vor dem gescheiterten Putsch am 15. Juli kam es nach wiederholten Terrorwarnungen und Anschlägen zu einem Einbruch im türkischen Tourismussektor.

Erdogan attackiert Westen


Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat unterdessen dem Westen vorgeworfen, Putschisten und Terrorismus zu unterstützen. "Die, von denen wir dachten, sie seien unsere Freunde, schlagen sich leider auf die Seite der Putschisten und Terroristen", sagte Erdogan vor Wirtschaftsvertretern in Ankara.

Ermahnung an die EU


Der Putschversuch, so Erdogan, sei nicht nur in der Türkei, sondern auch im Ausland geplant worden. Zudem mahnte der türkische Staatschef die EU zur Einhaltung des Flüchtlingspaktes. "Und weil wir das sagen, fühlen sich die Herrschaften gestört. Tut uns leid. Du hast es nicht mit einem Land zu tun, das Befehle entgegennimmt."
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