Rätsel um verschwundene Hongkonger
Neues Kapitel um Buchhändler

Hongkong. Drei Monate nach dem rätselhaften Verschwinden von fünf Hongkonger Buchhändlern hat die chinesische Polizei auch die Inhaftierung der restlichen drei Vermissten bestätigt. Ihnen würden "illegale Aktivitäten" in China vorgeworfen, berichtete Hongkongs Polizei am Freitag anhand von Angaben der südchinesischen Behörden.

Die Affäre hat die autonome chinesische Sonderverwaltungsregion erschüttert, weil befürchtet wird, dass chinesische Agenten die fünf Buchhändler verschleppt haben könnten. Die Verlagsmitarbeiter hatten politisch heikle Bücher in Hongkong vertrieben. Zuletzt arbeiteten sie an einem Buch über das Liebesleben des chinesischen Staats- und Parteichefs Xi Jinping. Zwei waren bereits in chinesischem Gewahrsam wieder aufgetaucht. Lee Bo war aus Hongkong und Gui Minhai aus Thailand verschwunden, ohne dass Behörden jeweils ihre Ausreise dokumentiert hatten. Jetzt bestätigte sich auch die Inhaftnahme von Lui Por, Cheung Chi Ping und Lam Wing Kee. "Das hat eine komplett neue Qualität, wenn hier Leute aus Hongkong oder von anderswo entführt werden", kritisierte ein europäischer Diplomat in Peking das Vorgehen der chinesischen Sicherheitsbehörden.

Die beiden zuerst in China wieder aufgetauchten Buchhändler hatten beteuert, sich freiwillig in chinesischen Gewahrsam begeben zu haben, was ihre Freunde in Hongkong bezweifeln. Die Affäre hat unter den sieben Millionen Hongkongern große Sorgen über Bürgerrechte und Meinungsfreiheit in dem asiatischen Wirtschafts- und Finanzzentrum ausgelöst.
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