Rechte FPÖ legt in Wien aber um 6,5 Prozentpunkte zu
Rot-Grün behauptet

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat trotz starker Zuwächse sein Wahlziel verfehlt, stärkste politische Kraft in Wien zu werden. Bild: dpa
Die rot-grüne Regierung in der österreichischen Hauptstadt hat bei der Landtagswahl am Sonntag ihre Mehrheit gegen die ausländerkritischen Rechtspopulisten der FPÖ überraschend deutlich verteidigt. Der europaweit beachtete Stimmungstest in der Flüchtlingsfrage bescherte der FPÖ zwar ein Rekordergebnis von 32,3 Prozent (plus 6,5 Prozentpunkte). Das Wahlziel, zur stärksten politischen Kraft zu werden, wurde aber deutlich verfehlt. Die sozialdemokratische SPÖ kam laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 39,4 Prozent (minus 4,9 Prozentpunkte). Die Grünen erreichten 11,1 Prozent (minus 1,5 Prozentpunkte). Die konservative ÖVP erzielte 8,7 Prozent (minus 5,3 Prozentpunkte).

Neu im Landtag sind die erstmals angetretenen liberalen Neos mit knapp sechs Prozent. Damit hätte die rot-grüne Koalition, die seit 2010 regiert, eine Mehrheit von 53 Sitzen unter den 100 Abgeordneten im Wiener Landtag. Die Stimmen der Briefwähler werden erst heute ausgezählt.

FPÖ-Chef und Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache hatte in der Asyl-Debatte ausländerkritische Töne angeschlagen und die Ängste der Bevölkerung vor einer Überfremdung geschürt. Bürgermeister und Ministerpräsident Michael Häupl (SPÖ) hatte dagegen eine tolerante Haltung in der Flüchtlingsfrage eingenommen. Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann zeigte sich trotz der Stimmenverluste zufrieden. Österreich ist ähnlich wie Deutschland stark von dem Flüchtlingsstrom betroffen. Täglich kommen rund 6000 Migranten über die ungarische Grenze ins Land. Die meisten von ihnen wollen nach Deutschland weiterreisen. Der Duell-Charakter sorgte für ein Plus bei der Wahlbeteiligung. Sie stieg auf fast 73 Prozent. (Kommentar)
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