Rechtsradikaler unter Verdacht
Bürgermeister bewusstlos geschlagen

Oersdorf. Der Bürgermeister des 850-Einwohner-Dorfs Oersdorf nördlich von Hamburg ist mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen worden - vermutlich von einem Rechtsradikalen. Nur Stunden vor dem Angriff am Donnerstagabend war bei Bürgermeister Joachim Kebschull (61) ein Drohbrief eingegangen, wie die Polizei berichtete: "Wer nicht hören will, muss fühlen" und "Oersdorf den Oersdorfern" stand darin. Hintergrund könnten inzwischen überholte Planungen sein, in einem Haus Flüchtlinge unterzubringen. Der ehrenamtliche Bürgermeister erlitt nur leichte Verletzungen, kam aber zunächst ins Krankenhaus. Bereits seit Monaten hatte er immer wieder Briefe mit Morddrohungen erhalten. Der Angriff ereignete sich unmittelbar vor einer Sitzung des Bauausschusses. Dort sollte es auch um die Zukunft des Hauses gehen, das nach früheren Plänen mit Flüchtlingen belegt werden sollte. Der Bürgermeister ging zu seinem Auto auf den Parkplatz, um einen Laptop zu holen, "was der Täter anscheinend ausnutzte", erklärte die Polizei.

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