Reform der Erbschaftsteuer: Koalition eckt überall an
Kritik an "Kuhhandel"

Die geplanten Steuerregeln für Firmenerben sind heftig umstritten. Wirtschaftsverbände lehnten den jüngsten Koalitionskompromiss zur Erbschaftsteuer am Dienstag als nicht ausreichend ab. Der Opposition und den Gewerkschaften gehen die vorgesehenen Begünstigungen hingegen zu weit. "Eine Erbschaftsteuer, die für weniger als ein Prozent aller Unternehmenserben greift, ist weder gerecht noch verfassungsfest", sagte die Grünen-Vorsitzende Simone Peter. Der Verband "Die Familienunternehmer" sprach hingegen von einem "katastrophalen Kuhhandel" zulasten der Betriebe. Tags zuvor hatten sich Spitzenvertreter der Koalition nach langer Debatte auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden soll. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kritisierte, dass noch immer das Privatvermögen eines Unternehmenserben herangezogen werden solle. "Damit wird das vererbte Privatvermögen systemwidrig doppelt besteuert", beklagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber mahnte, der Erhalt von Arbeitsplätzen müsse im Vordergrund stehen. Die Linke warf der Koalition vor, sie sei vor den Firmenerben eingeknickt. Die Einnahmen durch vermögensbezogene Steuern seien fast nirgendwo so niedrig wie in Deutschland.
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